• Finley

    Hey, ich dachte, ich teile mit euch einmal eine Ausschreibung eines kleinen Verlages aus meiner “Hood” hier in Hildesheim ;)

    Mond, Sterne und dazwischen wir
    Anthologie-Projekt: Vielfalt in Geschichten für Kinder ab 10 Jahre

    Der Verlag Monika Fuchs sucht wieder Geschichten. Geschichten von Mond und Sternen. Geschichten vom Universum, in denen die vielfältige Lebenswelt von Kindern sichtbar wird. Geschichten jenseits der heilen Werbe-Welt, in der Vater, Mutter und zwei Kinder gutgelaunt beim gemeinsamen Frühstück in der Designerküche des Eigenheims sitzen. Geschichten, in denen das wahre Leben tobt. In denen verschiedenste Familienkonstellationen an der Tagesordnung sind, in denen Kinder aus fernen Ländern in eine unbekannte Welt kommen, in denen Jungs nicht immer nur Mädchen lieben und umgekehrt, in denen nicht alles blau und rosa ist. Wer noch mehr Vielfaltskriterien kennenlernen möchte, kann sich auf der Seite des Kimi-Siegels informieren (https://kimi-siegel.de/vielfaltskriterien/)

    Zeigt uns, wie divers die Welt auch im Kinderbuch sein kann! Schreibt das, was ihr als Kind unbedingt lesen wolltet und gebraucht hättet. Herausgegeben wird die Anthologie von Casjen Griesel und Tina Pahnke.

    Hier geht es zur Ausschreibung mit weiteren Informationen:
    https://verlag-monikafuchs.de/mond-sterne-und-dazwischen-wir/

    Wir sind gespannt auf eure Ideen!

    Verlag Monika Fuchs
    Langer Hagen 245 | 31134 Hildesheim
    www.verlag-monikafuchs.de

    Einsendeschluss ist der 29. Februar 2020.

    Erscheinungstermin: voraussichtlich im Herbst 2020.

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  • Finley

    @meersalz Hm, hab ich so bisher noch gar nicht drüber nachgedacht, das zu begründen. Die häufigste Reaktion einer (vor allem einer heterosexuellen, konservativen) Mutter auf so ein Outing ist nun mal (leider) die Sorge und Trauer darüber, keine Enkelkinder zu bekommen, und der Wunsch von Eltern, Großeltern zu werden, ist auch etwas, das ich bei Menschen ab einem gewissen Alter beinahe universell vorfinde, deswegen habe ich nicht groß drüber nachgedacht, das weiter zu begründen.
    Um das ganze weiter herauszustellen, finden einige Szenen statt, die zeigen, wie die Freundinnen der Mutter mit ihren kleinen Enkeln auf die Mutter treffen, ihre große Liebe zu kleinen Kindern wird deutlich und auch das Vermissen. Eine besondere Vergangenheit im Bezug auf Kinder Haben/Oma Werden würde ich eigentlich nicht mehr einbauen, da sie ja am Ende auch mit dem Wissen, nie eigene Enkel zu haben, versöhnbar sein soll. Sie soll keine Figur mit spezieller Backstory in der Hinsicht sein, sondern den ganz normalen Struggle verdeutlichen, den Eltern mit asexuellen Kindern haben, deswegen denke ich, das bei ihr noch speziell zu psychologisieren wäre sogar kontraproduktiv.
    Man könnte sagen, das ganze ist ein kleines “Awareness-Projekt” für Betroffene und Angehörige der Ace-Community, und für den Rest der Welt eine Kommunikation nach außen.

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  • Finley

    @flügellos Interessante Frage: Die Tochter hat sich ihrem Vater gegenüber geoutet, der sehr verständnisvoll war, ihn aber gebeten, es der Mutter nicht zu erzählen, weil sie das Gefühl hatte, dass die Mutter es nicht gut aufnehmen würde, und es besser für die Beziehung wäre, es nicht anzusprechen. Durch die Entfremdung über Jahre hat die Mutter den Zugang zur Gefühlswelt der Tochter verloren und sich nie groß damit beschäftigt, warum die Tochter das Thema Sex vermeidet, sie redeten ohnehin nicht mehr viel, da war es nicht allzu verwunderlich. Der Vater hat stets “dicht gehalten”, in der Hoffnung, dass die Tochter irgendwann selbst über ihren Schatten springt, und um ihr nichts “kaputtzumachen”. Hätte ich mir jetzt so gedacht. Eltern können Anzeichen erstaunlich intensiv ignorieren, wenn sie es nicht wahrhaben wollen…

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  • Finley

    Oder, alternativer Plan. Die beiden begegnen sich erst einige Zeit später auf einem größeren Familienfest. Dort halten sie sich voneinander fern, aber die Mutter unternimmt immer wieder kleine Gesten, um ihre Tochter vor anderen Verwandten, die dumme Kommentare abgeben, zu verteidigen. Das Interesse der Tochter, ihr näher zu kommen, wird dabei größer, sie ist positiv überrascht, und kommt zu Augenkontakt und ein Lächeln wird ausgetauscht.
    Als die Tochter nach einem miesen Kommentar einer Großtante über ihre Kinderlosigkeit die feier verlässt, folgt die Mutter ihr hinaus auf die Straße, es kommt zur Umarmung.

    Ich glaube, das gefällt mir so viel besser. Du hast wirklich recht. auch eine gut gemeinte Einmischung ist einfach way too much. Eltern sollten sich unter keinen Umständen so in eine bereits beendete Beziehung einmischen. Je länger ich drüber nachdenke, desto dümmer erscheint es mir xD

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  • Finley

    Guter Ansatzpunkt. So wie ich es mir gedacht habe, wollte die Tochter schon immer von der Mutter akzeptiert werden, hat sich aber immer mehr verschlossen, da die Mutter auf Hinweise seitens der Tochter so reagiert hat, dass die Tochter sich nicht verstanden gefühlt hat und Angst hatte, mit der großen Wahrheit auszupacken - ein relativ üblicher Weg. Auf diese Art und Weise haben sie sich entfremdet und beide dran gewöhnt, auch wenn beide im Inneren eigentlich zueinander wollen und Verständnis wünschen. Sie wollen sich wieder richtig kennen und erkannt wissen.
    Deswegen habe ich das Gefühl, es wäre eine gute Lösung, wenn die Mutter sich an die Ex wendet - wenn sie es schafft, die Ex zu überzeugen, wie es in der Tochter aussieht, zeigt sie ja quasi, dass sie die Gefühlswelt ihrer Tochter tatsächlich verstanden hat, und an einem Punkt für ihre Tochter sprechen konnte, an dem diese selbst nicht mehr für sich sprechen konnte.

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  • Finley

    Huh, das wird ja immer komplexer hier xD Hast recht. Im ersten Moment klang es mega positiv-kitschig und wie ein Liebesbeweis. Oft werden Beziehungen von sexuellen Menschen mit Asexuellen beendet, da der sexuelle Partner glaubt, er würde offensichtlich nicht wirklich begehrt werden, von daher könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es ein positiver Ausgang wäre, dieser Ex-Partnerin zu verklickern, dass Liebe auch ohne sexuelle Anziehung echt ist. Somit würde die Beziehung der Tochter gerettet (was diese selbst sich aufgrund früherer ähnlicher Enttäuschungen schon gar nicht mehr traut). Aber es ist und bleibt eine Einmischung. Schwierig ^^

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  • Finley

    Hm, da bringst du einen guten Punkt auf, den ich bisher übersehen habe… In meinem Kopf hat die Mutter, nachdem sie diese Frage gestellt hat, durch die Reaktion der Tochter sofort verstanden, wie verletzend ihre Aussage war. Aber realistisch gesehen kommen diese Aussagen und Fragen ja gerade von Personen, die sich in das ganze nicht eindenken können, von daher ist es vielleicht tatsächlich keine gute Idee, die Mutter direkt ihren Fehler realisieren und eingestehen zu lassen.
    Bei der Tochter vor der Tür zu stehen wäre eine Lösungsmöglichkeit, um ein Gespräch zwischen beiden anzustoßen. Ich fand das nur etwas zu klischeehaft.
    Gerade überlege ich noch, die Mutter stattdessen bei der frischgebackenen Ex-Parterin vorbeifahren zu lassen, um der klarzumachen, dass die Tochter sie wirklich liebt, auch wenn sie nicht mit ihr schlafen will bzw. kann.
    Vielleicht wäre das eine Art, auf die die Mutter ihrer Tochter zeigen kann, dass sie sie verstanden hat, und es könnte zu einem Happy End kommen.

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  • Finley

    Heyho Schreiberlinge!

    Mein aktuelles Problem bezieht sich auf ein Kurzfilm-Skript, allerdings ist es ein Problem, dass mir immer wieder begegnet, egal ob ich Romane, Langfilme, Kurzfilme oder Oneshots plotte: Ich bin gehyped von meinen Figuren, meiner Story, (in Falle eines Films) meinen Visuals, der Struggle der Figuren reißt mich mit… aber im Endeffekt fällt mir einfach nicht ein, wie sie am Ende ihr Problem lösen sollen.
    Ein Grundproblem zu finden, das auszubauen und eskalieren zu lassen, fällt mir immer recht leicht, sehr schnell starte ich und komme bis zu dem Punkt, an dem alles komplett den Bach runtergeht und die Figuren denken, sie kommen aus der Situation nie wieder raus. Well. Kommen sie auch nie, weil ich an dem Punkt oft nicht weiterkomme. (Vermutlich liegt’s an der Herangehensweise, und daran, dass meine Startidee immer ein Problem ist, sodass man sagen könnte, die Probleme fliegen mir zu und die Lösungen muss ich irgendwie erarbeiten. Aber in diesem Thread geht’s weniger darum, mein Grundproblem zu lösen, sondern vielleicht interessante Anstöße für’s aktuelle Projekt zu bekommen.)

    Werden wir mal mit dem aktuellen Projekt konkret: Ein Kurzfilm, der sich mit einer Mutter-Tochter-Beziehung beschäftigt. Die beiden sind seit vielen Jahren entfremdet, und die Mutter (die Protagonistin und damit POV-Character ist) weiß nicht, warum das passiert ist. Sie wünscht sich, klischeehaft gesprochen, “ihre Tochter zurück”. Dafür hat sie sich darauf eingeschossen, unbedingt Enkelkinder haben zu wollen. Kinder sind schließlich das beste auf der Welt, ihre Tochter wäre als Mutter so glücklich, und wenn sie selbst Oma werden würde, wäre das Loch in ihrem Herzen gefüllt, das ihre Tochter hinterlassen hat. Die beiden würden ihrer Meinung nach über Enkelkinder wieder zueinander finden.
    Das einzige Problem: Die Tochter schafft es nicht, ihre Beziehungen lange aufrecht zu erhalten. Stets wird mit ihr Schluss gemacht. Die Mutter weiß nicht, warum. So kann es keine Hoffnung auf Enkelkinder geben. Die letzte Beziehungsperson, die die Tochter ihren Eltern vorgestellt hat, ist auch noch eine Frau. Die konservative Mutter gibt langsam die Hoffnung auf.
    Der Vater hat eine bessere Beziehung zur Tochter, und eines abends, als er noch im Bad ist und die Mutter im Bett auf ihn wartet, liest sie auf seinem Handy mit, wie die Tochter sich völlig aufgelöst an ihn wendet: Auch ihre aktuelle Partnerin hat sie wieder verlassen, da sie sich sexueller Intimität verweigert hat und die Partnerin damit langfristig nicht umgehen konnte.
    Die Mutter, die im Gegensatz zum Vater nie realisiert hat, dass das das “Problem” der Tochter ist, und der sich die Tochter in dieser Sache nie anvertraut hat, kann sich nicht beherrschen und antwortet über das Handy des Vaters something among the lines of “Aber warum hast du es denn nicht wenigstens einmal ausprobiert?” (Ein Satz, bei dem eine asexuelle Person vor Enttäuschung aus dem Fenster springen könnte.) Lange Stille, dann die Antwort “Wie kannst du das fragen? Du hast versprochen, mich das nie (wieder?) zu fragen.” Danach offline.
    Die Mutter starrt völlig fertig auf das Telefon. Sie realisiert, was ihr Mann ihr in der Beziehung mit der Tochter all die Jahre “voraus hatte”, reaslisiert, dass sie diesen gewaltigen Fehler vielleicht nie wieder gut machen kann. Währenddessen steht ihr Mann hinter ihr in der Tür, erwischt. Für die Mutter der absolute Nullpunkt, alles ist vorbei.

    Tja.

    Wie um alles in der Welt kommen die Figuren da wieder raus?
    Ich habe zuerst versucht, mich von den echten Geschichten anderer Asexueller inspririeren zu lassen, aber meistens laufen Outings entweder gut oder die Eltern zeigen nie Verständnis. Eine Art “erst lief alles furchtbar, aber dann haben wir wieder zueinander gefunden”-Story habe ich so noch nicht finden können und auch selbst nicht erlebt, bei mir war’s zum Glück alles sehr easy. Ich gehe trotzdem davon aus, dass solche Verläufe passieren. Ich hab halt einfach bisher keinen im Internet gefunden, aber das heißt ja nicht, dass es nicht möglich ist ;)

    Ich würde diese Geschichte gerne mit Happy End erzählen, mit einem “So könnte es sein, so kann es gut gehen, selbst wenn man denkt, man würde sich nie wieder versöhnen können”. Aber mir fällt nicht ein, wie die Mutter von der Aktion wieder zurück kommt. (Auch wenn sie es natürlich nicht Böse gemeint hat.)

    Vielleicht sieht jemand von euch, der sich diesen viel zu langen Thread angetan hat, irgendwo DIE Lösung schlummern, die ich aus Betriebsblindheit schon gar nicht mehr finden kann. Seid gerne radikal!

    Im Moment sitzt die Mutter nach dem schicksalhaften Austausch aufgelöst im Wohnzimmer, auf dem Schoß ein Fotoalbum aus der Kindheit ihrer Tochter, das sie tränenreich durchblättert, während der Vater verzweifelt versucht, seine Frau zu trösten und gleichzeitig seine Tochter zu erreichen, um zu retten, was noch zu retten ist.
    Aber vielleicht muss ich auch wo ganz anders abbiegen, ich bin gespannt auf Anstöße. Vielen Dank im Voraus schonmal an alle, die sich auf das Gedankenexperiment einlassen und ihr Kreativ-Zentrum auf mich ansetzen ;) <3

    Verfasst in Schreibhandwerk weiterlesen
  • Finley

    In meinem Fall kann man nicht davon ausgehen, dass das passiert xD Aber was demnächst zu einer Inspiration werden könnten sind die guten @Meersalz und @Moe :P Ich glaube die können gut in den Hintern treten ^^

    Verfasst in Schreibnacht Montagsfrage weiterlesen
  • Finley

    @meersalz Was uriges ist natürlich immer schöner ^^ Dann würde ich mal sagen, wir nehmen diesen Vorschlag an :)

    Verfasst in Real Life-Treffpunkt weiterlesen

Es scheint als hättest du die Verbindung zu Schreibnacht verloren, bitte warte während wir versuchen sie wieder aufzubauen.