• Jeja

    @NelaNequin Ich gebe jetzt auch mal meinen Senf dazu…naja, eher den Senf meiner besten Freundin, die ich wegen deinem Problem konsultiert habe. Sie ist Psychologiestudentin, kennt sich also mit der Materie aus und wir haben extra für dich ihre Bücher ein wenig gewälzt :)
    Als erstes erzählst du von ihrer Depression ausgelöst durch ein nicht aufgearbeitetes Traumata. Das, was du als Trauma angegeben hast, ist aber leider nicht als solches klassifiziert. Es gibt Typ I und Typ II Traumata, wobei Typ I sich um Unfälle oder kurzandauernde Naturkatastrophen(Blitzeinschlag zum Beispiel) dreht, während Typ II um langanhaltende Naturkatastrophen(z.B. Erdbeben) oder technische Katastrophen dreht. Bei einem Traumata muss dieses Ereignis direkt erlebt werden oder man muss miterleben, wie einem anderen eines dieser Erlebnisse passiert oder man muss erzählt bekommen, dass eine geliebte Person in so einer Situation war oder man ist wiederholt an Orten, wo solche Orte passiert sind(z.B. als Notfallhelfer in Krisengebieten etc). Solange sie also nicht dadurch traumatisiert ist, WIE ihr Vater in den Rollstuhl gekommen ist, kannst du es nicht als ihr Trauma ausgeben. Ihr Trauma kann nicht sein, dass sie ihren Vater als Bezugsperson verliert. Das ist aber sehr wohl ein Umstand, der, je nachdem, in welchem Alter sie war, sie in eine Depression stürzen kann. Wenn du ein Trauma für sie haben möchtest, würde ich sie den Unfall(oder wie auch immer er in den Rollstuhl gekommen ist) irgendwie miterleben lassen.

    Zu der Depression die du beschreibst, findest du im ICD-10(da sind alle Krankheiten klassifiziert mit den spezifischen Symptomen) eine genaue Auflistung von Symptomen, die einer Depression zuzuordnen sind. Unter anderen gehört bei einer depressiven Episode(das bedeutet, man hat als eigentlich gesunder Mensch mal eine richtig schlechte Zeit, die aber wieder vorbei geht, also nicht zu einer Depression in dem Sinne, wie du es im Sinn hast, gehört) eine Verminderung von Antrieb und Aktivität und eine geringere Fähigkeit zur Freude dazu. Da deine Prota unter einer Depression leiden soll, wäre es für sie unmöglich, sich über einen neuen Fall zu freuen, weil sie sich nicht freuen KANN. Sie wird wissen, dass sie sich darüber freuen sollte und vielleicht Freude anderen vortäuschen können, aber sie wird sich nicht freuen. Das ist Teil der Symptomik von Depression. Näturlich muss nicht jeder alle Symptome im ICD-10 aufweisen, aber da du das spezifisch gesagt hast, fand ich es erwähnenswert, dass das meist nicht der Fall ist. Auch das nicht aus dem Bett kommen ist etwas schwierig. Meine Freundin meinte, dass der Patient bei einer schweren Depression auch noch funktionieren kann. Bedeutet, man geht zur Uni, schreibt aber nicht mit, weil man sich nicht konzentrieren kann zum Beispiel(Konzentrationsverlust kann auch ein Symptom von Depression sein). Ich würde mir die Symptome vom ICD-10 anschauen und dann entscheiden, welche Art von Depression deine Prota haben soll und welche Symptome. Dann kannst du bei diesen bleiben und so eine Depression gut darstellen.

    Dann erklärst du, dass sie sich keine Hilfe suchen will, vor allem weil sie ihre Probleme als klein ansieht im Gegensatz zu anderen, die viel mehr erlebt haben und ebenfalls keine Therapie besuchen. Meine Freundin hat dieser Absatz richtig aufgeregt. Sie erklärte, dass sie sich nicht vorstellen will, wie sich Leute dann fühlen, die dein Buch lesen und selbst gerade hadern, ob sie nicht auch eine Therapie besuchen sollten, aber im Gegensatz zu deinen Protas ein eigentlich schönes Leben führen. Es gibt ja auch Menschen, die ein Dach über dem Kopf haben, keine Geldsorgen, Freunde etc und sich trotzdem schlecht fühlen. Vielleicht weil die Eltern immer wenig Zeit hatten und deshalb fühlen sie sich allein und einsam und nichts wert. Diese Menschen werden sich mit deiner Prota vergleichen und sofort denken, dass sie dann ja erst recht keine Therapie brauchen. Denn ihnen ist ja noch weniger passiert. Natürlich weiß ich, dass du den Standpunkt deiner Prota nicht teilst, sondern sie ja später doch zur Therapie bringst, aber da das Buch ja scheinbar aus der Sicht deiner Prota ist, weiß das der Leser für lange Zeit nicht. Und da ist es auch nicht hilfreich, wenn ihr immer wieder Leute sagen, dass sie doch mal eine Therapie anfangen soll. Denn du meintest ja selbst, dass sie das zu dem Zeitpunkt noch nicht als notwendig erachtet.

    Zu dem LI hat sie gesagt, dass die beiden sich mit ihren Problemen nur gegenseitig runterziehen werden. Wenn er auch Probleme hat, die, wie du selbst sagst, Therapie bedürften, wird er nicht in der Lage sein, ihr zu helfen. Seine Probleme sind scheinbar so schlimm, dass er sie nicht alleine lösen kann. Wie soll er ihr dann irgendeine Stütze sein? Sie braucht jemanden, der ihr den Ar*** aufreißt und sie dazu bewegt, die Therapie lieber sofort anzufangen. Meine Idee wäre, dass er entweder keine psychischen Probleme hat und nur sehr schwer Vertrauen fasst(sodass er irgendwann erkennt, dass sie ein Problem hat und ihr auch helfen kann) oder dass er seine psychischen Probleme schon im Griff hat(die können ja gleich bleiben, das macht einen schöne Hintergrundsgeschichte) und ihr deshalb sofort zu einer Therapie rät. Und wenn du das noch ein bisschen weiter spinnen möchtest, würde ich, wenn sie ihm nicht entgegen kommt, ihn ihr ein Ultimatum stellen. Entweder sie bekommt ihren Mist in den Griff oder er ist weg. Oder wenn er dann weg ist, fällt sie erst in ein tiefes Loch, ehe sie sich aufrappelt und endlich ne Therapie beginnt. Dann hast du auch definitiv nicht diesen Trope erfüllt, den du nicht erfüllen willst. Ich weiß jetzt leider nicht, wie sehr das in deinen Plot passt, der sich ja eigentlich um Fantasy dreht^^

    Die Freundin am Ende von Band 1 finde ich irgendwie witzig, weil auf jemanden Rücksicht nehmen, aber gleichzeitig besagte Person motivieren, aus der Komfortzone rauszukommen, ist in meinen Augen widersprüchlich :D

    Du solltest dir überlegen, wie du deine Geschichte aufbauen möchtest. Meine Freundin und ich finden, es wäre verantwortungslos, wenn du die psychischen Krankheiten nur als kleinen Nebenplot einfließen lässt. Denn das ist unserer Meinung nicht möglich. Wir finden, du musst darauf achten, dass du neben deinem Fantasyplot genug Raum lässt, um ihre psychische Krankheit zu addressieren und zu behandeln. Und wir fragen uns, warum ihr Freund auch psychische Probleme haben muss. Klar, es gibt ihm eine Geschichte, aber sie hat ja schon die Probleme, reicht nicht vielleicht auch ein Prota mit psychischen Problemen, die es zu behandeln gilt?^^

    Du kannst mir jederzeit für weitere Fragen schreiben, ich bin gerne bereit zu helfen :)
    Hier ist der Link zum ICD-10 Eintrag zu leichten, mittleren und schweren depressiven Episoden(eine Depression setzt sich aus mehreren andauernden depressiven Episoden zusammen): https://www.icd-code.de/icd/code/F32.1.html
    Und hier eine Präsentation zum Trauma von der Uni Berlin, wo wir unsere Infos herhaben: https://www.wahrendorff.de/fileadmin/user_upload/veranstaltungen/2015/Symposium_psychosomatik/Stammel_wahrendorff.pdf

    Ich hoffe, wir konnten dir helfen^^

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  • Schreibsuchti

    @betty-blue Danke. :) Irgendwas muss ja mal klappen. :D Mein Papa hat mich heute gefragt, ob ich Sonntag mitkommen will, Oma im Krankenhaus besuchen, aber ich muss arbeiten. Und inzwischen geht es ihr so schlecht, dass sie nicht mal telefonieren kann. :( Ich geb meinen Eltern aber ihr Weihnachtsgeschenk mit, ein Engel in einer Schneekugel, dann kann der ein bisschen über sie wachen. <3

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  • Schreibsuchti

    Schönen Nachmittag. :)
    Zahnarzttermin heute Morgen lief besser als erwartet, hat nur mal wieder die Zähne eingepinselt. xD Hab bis eben dann noch ein Buch zu Ende gelesen und werde gleich wieder schreiben und danach noch bissl was im Haushalt tun.
    Aber am liebsten würde ich mich gerade einfach nur ins Bett legen. Ich werde heute einfach nicht richtig wach, meine Schilddrüse mag mich zurzeit mal wieder nicht. :tired_face:

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  • Ailis

    Leider nicht.
    Weihnachtsfeier … :no_mouth:

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  • Schreibsuchti

    @betty-blue Meiner hat es vorhin erfolgreich geschafft, aber dafür ist der Januar jetzt geplant. xD
    Danke. <3 Eigentlich ist es Routine, aber ich hab das Gefühl, dass eventuell doch schon wieder was gemacht werden muss und obendrein scheint das Zahnfleisch schon wieder zurückzugehen. Na mal schauen, was die Zahnärztin morgen früh sagt. (Warum hab ich mir den Termin für nen Urlaubstag nochmal ausgerechnet für 07:30 Uhr geben lassen? Das heißt, um 6 Uhr aufstehen…)

    Verfasst in Schreibmotivation weiterlesen

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