• Mausi

    Guten Morgen,

    Kaffee, Tee, Kakao und Kekse schon bereit gestellt

    Ich muss heute noch meine FF fertig vorschreiben und abtippen und dann kann es mit meinem Weihnachtsprojekt weiter gehen.

    Wie sieht es bei euch heute so aus?

    hat vorsichtshalber ein paar Süßigkeiten dabei, falls doch noch Helloweengeister auftauchen

    Verfasst in Schreibmotivation weiterlesen
  • Hollarius

    Vier nach Mitternacht / Four Past Midnight
    früher: „Langoliers“ und „Nachts“

    Wie Different Seasons ist Four Past Midnight eine Sammlung von vier Kurzromanen oder Novellen, allerdings eine mit einem deutlich schwächeren Ruf. Und auch wenn ich aus späteren Sammlungen die eine oder andere Geschichte mag, auch für mich sind Rita Hayworth And The Shawshank Redemption, The Body und The Mist die drei stärksten Novellas – wie man sie im Amerikanischen nennt. Im Deutschen passt der Begriff Kurzroman besser, da sie keine Novellen im Wortsinne sind. Aber sind die Vier nach Mitternacht deshalb schlecht?

    Langoliers

    Der Pitch: Ein Flugzeug auf Nachtflug. Einige Passagiere schlafen ein, und als sie aufwachen, sind die meisten Mitfliegenden verschwunden. Es sind nur noch die in der Maschine, die geschlafen haben. Glücklicherweise gibt es einen Piloten, der das Flugzeug auf dem Flughafen von Bangor, Maine auf den Boden bringt. Aber hier ist alles leer. Und das Essen, dass die Passagiere finden, ist völlig ohne Geschmack. Sie merken, sie sind aus ihrer Gegenwart herausgefallen, die Welt ist nur noch eine leere Hülle. Und bald kommen die Langoliers und räumen hinter der Gegenwart auf.

    In gewisser Weise kann man Langoliers mit Der Nebel vergleichen. Es gibt wie in dem eingenebelten Supermarkt eine Schicksalsgemeinschaft, die aus sympathischen und weniger sympathischen Menschen besteht. Und irgendwie muss man das Rätsel lösen, um eventuell wieder ins eigene Leben zurückzukommen. Das ist spannend und gespenstisch und toll beschrieben, nur ist die Erfindung der bereinigenden Langoliers so ein bisschen drüber, und vermasselt ein bisschen die B-Note. Langoliers ist aber auf jeden Fall die stärkste Geschichte der Sammlung.

    Das geheime Fenster, der geheime Garten

    Der Pitch: Der Schriftsteller (siehe da?!) Mort Rainey wurde gerade von seiner Frau sitzen gelassen und hat eine Schreibblockade. Er ist also so mies dran, dass ich ihn sogar ins Passiv setze. Und dann taucht ein Typ namens John Shooter aufund bezichtigt ihn des Plagiats. Ein paar schlimme Dinge passieren, Morts Katze wird der Hals umgedreht, und das Haus seiner Exfrau, in dem ein Beweis existiert, dass Mort die entsprechende Geschichte nicht abgeschrieben haben kann, geht in Flammen auf. Shooter rückt Mort immer mehr auf die Pelle, aber niemand außer Mort hat John Shooter je gesehen.

    Eine Art Psychothriller um einen nur so halb sympathischen Protagonisten. Und natürlich erinnert das alles an The Dark Half. Also an den letzten Roman vor dieser Sammlung. Bei Rainey und Shooter sind wir allerdings noch ein Stück näher an Jekyll und Hyde.

    Der Bibliothekspolizist

    Sam Peebles ist kein Schriftsteller, sondern ein Versicherungsmakler, und er muss eine Rede halten, und weil seine Rede noch nicht so toll ist, schickt seine Mitarbeiterin Naomi ihn in die Bibliothek, um nach Inspiration zu suchen. Dort findet er eine unheimliche Bibliothekarin vor, die ihm einigermaßen Angst macht und ihm droht, den Bibliothekspolizisten zu ihm zu schicken, wenn er die Bücher überzieht.
    Er hält die Rede, vergisst die Bücher und als er der Bibliothekarin die Sache erklären will, sieht die Bibliothek ganz anders aus und der Bibliothekar sagt Sam, dass er von der Bibliothekarin noch nie gehört hat. Und dann beginnt eine wilde Geschichte.

    Als ob King nicht schon mit seinen ganzen Schriftstellerproblemen genug um sich selbst gekreist wäre, geht er hier in die Tiefen des Bibliothekswesens und seiner Mythen – ein Bibliothekspolizist wird auch in IT eher scherzhaft erwähnt, es klingt so, als ob es diese Figur in den USA öfter gibt -, aber nach einem wirklich gruseligen Anfang bei Ardelia Lortz in der Bibliothek geht es leider bergab. Wenn die Langoliers selbst schon eine von den Ideen war, die einigermaßen drüber war, oder vielleicht besser, die einfach sehr weit hergeholt war, wird das hier mit dem wirklichen Wesen der Bibliothekarin noch ein Stück weit schlimmer. Die Geschichte franst aus.

    Eine Idee, die King hier verarbeitet, ist die von Outsidern, die unter uns leben, wie eben die bibliothekarin. Solchen Outsidern widmet sich King gerade in letzter Zeit wieder mit The Outsider und der Novelle „Blutige Nachrichten“ aus der gleichnamigen neuesten Sammlung.

    Zeitraffer

    Yay, wir sind in Castle Rock: Der Pitch: Kevin Delevan bekommt zu seinem Geburtstag eine Polaroidkamera geschenkt, die nur leider keine normalen Fotos auswirft, sondern immer nur die Fotos eines wilden Hundes, der von Foto zu Foto etwas größer wird. Er wendet sich an den Fotoexperten Pop Merrill – den Onkel von Ace Merrill, ihr wisst schon, Kiefer Sutherland! -, der aber auch keine große Hilfe ist, sondern stattdessen Kevin betrügt und sie Kamera in sienen Besitz bringt. Und der Hund kommt immer näher.

    Hier haben wir wirklich eine kleine Horronovelle vor uns, die allerdings auch an ihrer eigenen Skurrilität leidet. Wie bei manchen Kurzgeschichten des Meisters, bei denen so ein bisschen das Gefühl aufkommt, dass er da eine originelle Idee hatte und die auf Teufel komm raus – na ja, vielleicht auch auf böser Hund komm raus – in eine Geschichte verwandeln muss. Ich sitze danach immer da und frage mich, was zur Hölle ich da gelesen habe. Und dann versuche ich die Geschichte wieder zu vergessen.
    Ja, eine originelle Idee ist das schon mit der Polaroidkamera, aber halt keine besonders gute. Und Logiklöcher gibt es auch noch. Kevin erträumt sich zwei wichtige Plotpunkte und auch sonst passt nicht alles zusammen. Schade.

    Ja, es ist durchwachsen. So richtig gut ist eigentlich nur Langoliers, und auch dieser Kurzroman ist kein wahnsinniger Knaller. Und dann wird es von Geschichte zu Geschichte immer ein bisschen schlechter. Ich mecker natürlich auf hohem Niveau, auch in schlechten Geschichten ist die King’sche Erzählweise oft witzig, hintergründig und auch zu Herzen gehend. Und da wir hier fast durchgehend irgendwo bei Horror und Mystery sind, findet man natürlich noch coole Genremomente.
    Aber nach der Leseempfehlung gefragt, würde ich sagen: nNa ja, so richtig notwendig sind die Vier nach Mitternacht eigentlich nicht.

    Verfasst in Buchclub weiterlesen

Es scheint als hättest du die Verbindung zu Schreibnacht verloren, bitte warte während wir versuchen sie wieder aufzubauen.