• Veronika

    @lio-hihsommet sagte in Das Geschlecht von euch und euren Protagonisten?:

    Das finde ich eine ziemlich strunzdumme Reaktion von Leuten. Aber gut, von Nicht-Schreibern bekommt man ja oft seltsame Reaktionen zu Schreibthemen.

    Ich finde das auch ziemlich seltsam. :laughing: Ich meine, Harry Potter ist ein Welterfolg und das war ein männlicher POV Charakter aus Sicht einer Autorin. Tolstoi hat in Anna Karenina ziemlich erfolgreich das Innenleben einer unglücklichen Frau geschrieben.
    Also ich versteh nicht wieso Leute da so seltsam drauf sind - wenn ich ausschließlich über… na ja mich schreiben dürfte, wären das entsetzlich langweilige Bücher.

    Mein einziger Pet Peeve ist, wenn manche männliche Autoren Frauen schreiben. KEINE Frau denkt so viel über ihre Brüste nach, wie manche Männer sich das so vorstellen. :roll_eyes: Murakami, sag ich nur…

    An dieser Stelle empfehle ich gerne den Twitteraccount von Men writing women
    Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll. ;) Da geht es aber tatsächlich weniger um den POV.

    Verfasst in Plauderecke weiterlesen
  • Veronika

    Ich bin weiblich und habe früher die männliche Perspektiven bevorzugt. Irgendwann ist mir aber klar geworden, dass ich einfach … na ja, komische Vorurteile hatte was weibliche Charaktere angeht (sind wir nicht alle ein bisschen gehirngewaschen in der Hinsicht?) und sobald ich einmal einen weiblichen POV hatte, mochte ich sie unglaublich gerne und hatte viel Spaß sie zu schreiben. Im Endeffekt sind meine männnlichen POVs aber genauso unterschiedlich wie meine weiblichen - und es hängt sehr an der Persönlichkeit.
    Z.b. schreibe ich in einem historischen Universum am gängstigen vier POVs. Die Dame ist unglaublich lebhaft und sprudelig und phantasievoll. Einer der Herren ist sehr still und sensibel und sieht und spürt alles - er ist emotional der Klügste. Ein anderer ist eine unglaubliche Dramaqueen, der sich ständig vor lauter Agonie auf eine Couch wirft und furchtbar eitel mit seinen Haaren ist. Und der Dritte ist ziemlich finster und stoisch und extrem pragmatisch und dafür emotional oft komplett überfordert.
    Ich will damit sagen - das Geschlecht spielt inzwischen für mich weniger eine Rolle, sondern mehr ob ich mich gut reinversetzen kann oder eher nicht. :smile_cat:

    Jemanden, der nonbinary ist, habe ich noch nie geschrieben. Erstens fehlen mir da auf Deutsch irgendwie die Pronomen und zweitens müsste ich mich damit erstmal besser beschäftigen. Spannend fände ich es schon, aber dazu würde ich vermutlich erst mal ein paar Leute kennenlernen wollen, die sich als nonbinary identifizieren.

    Verfasst in Plauderecke weiterlesen

Es scheint als hättest du die Verbindung zu Schreibnacht verloren, bitte warte während wir versuchen sie wieder aufzubauen.