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    williwu

    @viskey Das habe ich ja auch geschrieben, in meinem ersten Kommentar. Aber in unserer blumigen Sprache kann “geboren werden” ja auch als Synonym für “auf die Welt gekommen sein” verstanden werden. Ist etwas weit hergeholt, gebe ich zu. Der biologische Vorgang der Geburt, ich habe ihn - von meiner eigenen abgesehen - ja nur als Mann miterleben dürfen, aber immerhin, sollte besser keine 22 Jahre andauern.

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    williwu

    @mirjam-w Das macht es deutlich schwieriger. Also, Perfekt wäre dann ganz falsch, weil das Perfekt einen Zeitraum beschreibt, der in die Gegenwart wirkt. Wenn du dich nun auf einen späteren Zeitpunkt beziehst, der aber wieder in der Vergangenheit liegt, dann geht Perfekt auf keinen Fall. Das Gemeine hier ist, das Schreibsprache und gesprochene Sprache auseinanderfallen. Beim Sprechen ist das Präteritum quasi verschwunden, aber das ist weder schön noch richtig. Wir sprechen im Deutschen leider lausige Vergangenheitsformen.
    Wenn dein Haupterzählstrang nun zu dem vergangenen Zeitpunkt liegt, als sie so alt war wie die andere, während die Tochter schon erwachsen war, wäre doch tatsächlich das Vorvergangene (nämlich die Geburt der zum Erzählzeitpunkt erwachsenen Tochter) ins Plusquamperfekt zu setzen. Eigentlich. Aber zwischen Satz 1 und Satz 2 gibt es ja gar keinen kausalen Zusammenhang (im Sinne von “Nachdem ich meine Tochter geboren hatte, änderte sich mein Leben komplett.”) , deshalb würde ich es (nur) als eine Aufzählung vergangener Ereignisse sehen, und sokabge die chronologisch erfolgt, kann jedes dieser Ereignisse im Präteritum bleiben.

    @viskey sagte in Perfekt oder Präteritum?:

    Variante 2 ist außerdem sowieso grundsätzlich falsch, weil es die Kombination Imperfekt-Perfekt im Deutschen nicht gibt.
    Wenn Imperfekt die “Hauptzeit” ist, ist die dazu gekoppelte das Plusquamperfekt.
    Das Perfekt ist ans Präsens gekoppelt.

    Das ist alles grundsätzlich richtig. Aber wenn die Erzählzeit Präsens wäre und das Zur-Welt-kommen als Ingangsetzung eines Prozesses, nämlich des Lebenslaufes bis jetzt interpretiert würde, dann könnte man das schon so formulieren, im Sinne von: “Ich war 22. Da ist meine Tochter zur Welt gekommen, und heute ist sie immer noch da.” Klingt nicht schön und zusammenhanglos, aber in der Variante würde sich das Perfekt ja auch auf das Präsens beziehen, das Präteritum diente nur dazu, den Zeitpunkt, an dem der Prozess begann, zu bestimmen.
    Aber nun wissen wir ja, dass es anders ist. Es ist eben doch wichtig, immer auch den zweiten und vielleicht auch den dritten Satz zu kennen.

    Ach ja, um keine Verwirrung zu stiften: Imperfekt und Präteritum sind dasselbe.

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    williwu

    @sebmeissner So sehe ich das auch. Wenn danach chronologisch weitererzählt wird (“Sie war schon als Kind eine Schönheit…”; “Als sie in den Kindergarten kam…”; “Sie war das Ergebnis eines One-Night-Stands…”).
    Wenn stattdessen in die Gegenwart gesprungen wird, dann ist Perfekt die richtige Wahl: (“Heute, 43 Jahre später, lebt sie immer noch bei mir und hat sich zu einer alten Jungfer entwickelt…”).
    Der erste Fall beschreibt eher die Geburt, und die ist ja hoffentlich beendet.
    Der zweite Fall wird dann interpretiert als “und sie ist immer noch auf derselben”. Klingt albern, aber sie könnte ja auch mit drei Jahren von einem Auto überfahren worden sein. Wichtig ist hier, dass ein längerer Zeitraum in Gang gesetzt wird, der mit der Geburt begonnen hat und seitdem anhält.
    Für Plusquamperfekt sehe ich gar keine Anwendungsmöglichkeit. Das könnte man verwenden, wenn man vor die Geburt geht (“Vorher hatte ich Ägytptologie studiert und eine große Zukunft vor mir gehabt, aber mit einem Kind…”)

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    williwu

    @nicola_ha Hätte ich mir wohl denken sollen… Na ja, Rentner als Protagonisten sind doch auch mal was anderes. Aber ich bleibe dabei: Es ist eine tolle Möglichkeit, wenn es vor allem um etwas aus der Vergangenheit geht. Da waren Briefe eben “state of art”.

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    williwu

    Briefromane sind toll, aber wohl aktuell kaum durchsetzbar. Jedenfalls, wenn man etwas Aktuelles schreiben will. Das geht höchstens mit einem E-Mail-Roman, gibt es auch schon, habe ich aber nicht gelesen. Aber E-Mails sind ja auch out. Ein WhatsApp-Roman?
    Ich habe mal eine Brief-Kurzgeschichte geschrieben, einen Liebesbrief natürlich. Und weil es eine Kurzgeschichte und nicht nur der Brief sein sollte, hat mein Liebesbriefschreiber natürlich gerätselt, was er denn schreiben sollte. Ich habe dann immer seine Gedanken (kursiv) und seinen Brieftext im Wechsel (normal) geschrieben. Daraus ergab sich eine tolle Spannung.
    Wenn dich das Thema interessiert und du nicht genug Stoff für genug selbst geschriebene Geschichten hast, dann mach doch (erst mal) die Herausgeberin für eine Anthologie. Themen dafür könnten eben Liebesbriefe sein, Reiseerlebnisse, besondere Erlebnisse oder lustige Begebenheiten, du kannst auch als Rahmen alte Briefe, die man angeblich auf dem Speicher gefunden hat nehmen (Großpapas Kriegserlebnisse, Tante Frieda, die als Kind der Oma schreibt, dass man ihren jüdischen Freund abgeholt hat oder so was), der Brief von Papas Freund, der mitteilt, wie der Mann den Tod am Amazonas gefunden hat, der Möglichkeiten sind ja keine Grenzen gesetzt.
    Letztendlich geht es ja doch nur um Geschichten, die erzählt werden wollen.

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    williwu

    Na ja, ich glaube, ich weiß, was du mit der Überschrift meinst, aber ich habe (leider eine Berufskrankheit) erst mal darüber sinniert, wieso eine Beleidigung überhaupt zur Anzeige führen sollte. Wenn es nicht nicht um die Sonderfälle wie Beleidigung des Bundespräsidenten oder so geht (die werden dann von Amts wegen verfolgt werden und einen eigenen Straftatbestand darstellen), dann handelt es sich bei de Beleidigung um ein Antragsdelikt, das heißt, der vermeintlich Beleidigte muss erst mal überhaupt Anzeige erstatten. Und dann muss es auch eine Beleidigung gewesen sein. Polizisten reagieren fast immer mit einer Anzeige, aber da gab es mal einen, der die Bezeichnung “Herr Oberförster” (wegen der damals noch grünen Uniform) als Beleidigung aufgefasst hat. Der ist vor Gericht auf die Schnute gefallen, weil Oberförster ja ein ehrenwerter Beruf ist und somit keine Beleidigung sein kann.
    Es gibt also offenbar eine Diskrepanz zwischen der objektiv getätigten Beleidigung und der subjektiv als solche empfundenen (und möglicherweise gemeinten). Das sind dann schon “gute” Beleidigungen.
    Ich persönlich finde aber die besser, die sich in einem Lob verstecken. Wenn die erfolgreiche Geschäftsfrau eine ehemalige Klassenkameradin eine “perfekte Hausfrau” nennt, ist das eine sehr subtile Beleidigung, die wahrscheinlich von allen Anwesenden verstanden und so empfunden, aber nie zur Anzeige führen wird.
    Ich habe deine Frage als Korinthenkacker, der ich nun mal bin, also so interpretiert: Es geht um Beleidigungen, die nicht anzeigefähig sind.

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  • W
    williwu

    Hui, etwas dazugelernt. Klingt aber logisch mt dem Leereichen vor den Punkten, sieht aber blöd aus, wenn ein automatischer Zeilenumbruch nur die Punkte in die nächste Zeile wirft. Daher als zusätzlicher Tipp: In dem Fall das “feste” Leerzeichen verwenden (etwa mit STRG-ALT-Leertaste). Dann wird das letzte Wort vor den Punkten mit in die nächste Zeile genommen. OpenOffice bzw. LibreOffice macht das allerdings automatisch …
    Der Editor hier wohl aber nicht …

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    williwu

    Meine Kinder sind der Grund, weshalb ich (wieder) mit dem Schreiben angefangen habe. Sie ließen sich gerne die Kinder-Kurzkrimis vorlesen - auch, weil sie natürlich irgendwie darin aufgetaucht waren und das sofort knallhart erkannt hatten.
    Aber als Kritiker taugten sie nicht direkt. Geschichten sind da, und dann sind sie gut oder nicht, die Idee, selbst Verbesserungsvorschläge zu machen, schien ihnen fremd. Oder, diese Vorschläge wurden dann zwar alters-erwartungsgemäß aber unerfüllbar in Richtung Gut-Böse, Schwarz-Weiß, Held-Opfer gemacht.
    Ich war dann irgendwann dazu übergegangen, die Zuhörer zu beobachten, weil die unmittelbaren Reaktionen viel mehr sagten als alles, was hinterher nachgefragt werden konnte. Wenn die Nachbarstochter, die ich als Vorbild für ein Kind genommen hatte, in Gefahr geriet, dann konnte ich die steigende Spannung an ihrem Gesicht ablesen, ebenso die Erleichterung, wenn alles gut ausgegangen war. Manchmal war auch die Reaktion, wenn einer meiner Söhne mit etwas nicht einverstanden war, der Hinweis, dass ich es richtig gemacht hatte (weil er eben der Held sein wollte). Und hin und wieder konnte ich auch erleben, wie die Geschichte sie länger beschäftigt hat, weil sie gelegentlich Zitate daraus brachten.
    Aber generell würde ich, sollte ich wieder etwas für Kinder schreiben, kindliche Kritiker lieber nicht aus dem Familien- oder engeren Bekanntenkreis haben wollen.

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