• tine-schreibt

    Also ich plotte frei von jeder Methode und habe dabei drei Perspektivcharaktere.
    Ich hab halt den Anfang meiner Story ziemlich detailliert geplottet, und zu den späteren Kapiteln hin wird es vage und immer stichworthafter. Je weiter ich schreibe, desto mehr fällt mir auch für die späteren Kapitel ein, und so nach jedem erzählerischen Meilenstein (Akt-Ende oder Schlüsselszene) leg ich erstmal ein oder zwei Plotting-Tage ein, bei denen ich in den noch zu schreibenden Kapiteln für mehr Details und Ordnung sorge, mich für Reihenfolgen entscheide usw.
    Das Ganze hat dann die Form von einem großen Kalender voller Post-its (die kann ich austauschen, wenn ich an einem Tag/Kapitel größere Planänderungen vornehme; sehr praktisch)

    Du musst deine Geschichte nicht komplett durchgeplottet haben, ehe du anfängst, zu schreiben, das ist ganz wichtig zu wissen (es sei denn, du blockierst, wenn du nicht genau weißt, was im vorletzten Kapitel gesagt wird, sowas soll auch vorkommen…). Es reicht völlig, wenn du am Anfang nur die erste Handvoll Kapitel und ein paar Ideen für die Mitte und das Ende hast (damit du weißt, worauf du zu schreibst).
    Ich muss meine Charaktere immer erstmal kennen lernen, ehe ich halbwegs zuverlässig vorhersagen kann, wie sie sich übermorgen oder nächste Woche fühlen oder verhalten werden. Entsprechend könnte ich gar nicht detailliert über diesen Zeitrahmen hinaus plotten.

    Verfasst in Schreibhandwerk weiterlesen
  • tine-schreibt

    @annecaterina sagte in Langzeitprojekte abschließen:

    @tine-schreibt für mich geht nach dem Beenden der Geschichte die Liebe erst richtig los. Denn dann darf man feilen, löschen, ausbauen, perfektionieren… das gibt Welt und Charakteren erst so richtig Farbe und Form. Du wirst sie alle danach noch viel besser kennen als jetzt. Und ihnen erst dann vollkommen gerecht werden. Keine Sorge, deine Zeit mit ihnen ist noch lange nicht vorüber ;-)

    Das ist ja die Sache. Was ich gerade schreibe, ist die ausgefeilte Version, die Erweiterung mit den voll realisierten Charakteren. Wenn ich damit fertig bin, gibt es nur noch Kleinigkeiten zu überarbeiten.

    Verfasst in Plauderecke weiterlesen
  • tine-schreibt

    Hey ihr alle.

    Das Projekt, an dem ich gerade arbeite, begleitet mich seit mittlerweile 19 Jahren, doch jetzt trennen mich nur noch 5 bis 6 Kapitel vom letzten Satz und ich weiß nicht so wirklich, wie ich damit umgehen soll.
    Ich liebe die Geschichte, ich liebe die Charaktere, ich habe so unglaublich viel Zeit in dieser Welt verbracht, dass es mich fertig macht, zu wissen, dass ich dort bald keine neuen Dinge mehr erleben werde.
    Es ist nicht so, dass ich nicht wüsste, was ich als nächstes tun soll; ich habe ein halbes Dutzend von Folgeprojekten, aus denen ich auswählen kann und auf die ich Lust habe. Aber es ist, als müsste ich mich von einem Teil von mir selbst trennen.

    Und ich habe das Gefühl, als würde ich gerade gegen einen Widerstand anschreiben. Jede fertige Szene bringt mich dem Abschied näher, also suche ich nach Problemen, mit denen ich mich davon abhalten kann, voranzukommen, und anstatt die letzte Zeit mit meiner Geschichte zu genießen, ist es ein frustrierender Kampf um jeden Satz.

    Geht es hier noch jemandem so? Ich brauch wen, um mein Leid zu teilen -.-

    Verfasst in Plauderecke weiterlesen
  • tine-schreibt

    Ich schreibs aus wie ichs sprechen würde. Halb neun, viertel vor fünf, acht Uhr dreißig… Man weiß, was gemeint ist.

    Verfasst in Die Schreibnacht-Deutsch-Nachhilfe™ weiterlesen
  • tine-schreibt

    Ich habe eine Fünf-Tage-Woche. Ich schreibe vier Tage, dann mache ich einen Tag Pause. Wenn ich mich nicht zwinge, Pausen zu machend, schreibe ich bis mein Hirn streikt, und das will niemand.
    An meinen Schreibtagen arbeite ich ziemlich frei. Ich habe drei Schreibrunden von je zweimal fünfzehn Minuten, mit denen ich meistens irgendwann vormittags anfange und dann so gegen zwei oder drei abschließe. Dazwischen mach ich längere Pausen, in denen ich über die aktuelle Szene oder irgend eine andere nachdenke, plotte, systematisiere oder in den Garten gehe und mich mit irgendwas anderem beschäftige.
    An manchen Tagen schreibe ich nur eine oder zwei Runden, je nach dem wie viel ich geschafft kriege oder wie anstrengend es ist, oder auch wie weit eine Szene halt fertig gegoren ist.

    Verfasst in Plauderecke weiterlesen
  • tine-schreibt

    Zu Selbstzweifeln fallen mir zwei Sachen ein:

    1. Nimm dir mal Zeit und überleg dir, was dir persönlich an deiner Arbeit wichtig ist - also an einem Plot, Charakteren, Beziehungen, Szenen allgemein, aber auch ganz konkret an dem Projekt, an dem du gerade arbeitest. Was findest du gut? Was macht für dich den Reiz aus? Was ist deiner Ansicht nach handwerklich sinnvoll, unabhängig davon, was in irgendwelchen Ratgebern steht.
      Die Sache ist nämlich die: Dem einen sein Lieblingsbuch ist dem anderen sein Bleh-was-ein-Schrott.
      Selbst wenn du alles nach anderleuts Maßstäben ‘richtig’ machst (was nicht geht weil es zu viele widersprüchliche Maßstäbe gibt) kann dir niemand garantieren, dass dein Buch veröffentlicht wird und anders herum, nur weil dein Buch ‘schlecht’ geschrieben ist, heißt das nicht, dass es nicht groß rauskommen und millionenfach in der ganzen Welt gelesen werden kann.
      Das ist einfach etwas, das man nicht kontrollieren kann, das nichts mit dem Befolgen von Schreibtips zu tun hat, und das man als Autor_in einfach akzeptieren muss. Es gibt keine Garantie. Egal was du tust. Also lass los.
      Wenn du etwas schreibst, das für dich persönlich einen großen Reiz hat und wenn du dabei deinen eigenen Werten und Überzeugungen entsprechend arbeitest, hast du auf jeden Fall etwas richtig gemacht, weil du dem folgst, was du für gut und richtig hältst.
      Letztenendes kannst nur du der Maßstab für dein Schreiben sein, weil es dein Schreiben ist und niemandes sonst. Mit etwas Glück begeistern sich auch andere dafür. Und wenn nicht, scheiterst du immerhin aus Überzeugung und nicht als fremdbestimmte Brezel.

    2. Nur für den Fall: Geht es dir nur beim Schreiben so oder fühlst du dich auch außerhalb davon in letzter Zeit unsicher, ängstlich, überfordert?
      Aus langjähriger - und auch allerjüngster - Erfahrung kann ich sagen, dass ich meine Schreibe besonders dann in destruktiver Weise anzweifle, wenn es mir allgemein psychisch nicht so gut geht. Das war sogar so einer meiner ‘Messpunkte’ wenn es darum geht, zu bewerten, wie depressiv ich bin. Also, wie stark zweifle ich an meinem Buch und meinem Können. Find ichs nur meh, schlecht oder richtig scheiße?
      Falls das auf dich zutrifft, kann es helfen, wenn du mal guckst, was dich in deinem Leben gerade so belastet und dann weniger davon machst und stattdessen öfter mal lieb zu dir selber bist. Wenn das nicht hilft, würde ich mal mit jemandem reden, der sich damit auskennt.

    Verfasst in Schreibhandwerk weiterlesen
  • tine-schreibt

    @nelanequin sagte in "...":

    Liegt aber halt dran, dass Comics und Videospiele es prinzipiell falsch machen.

    Falsch?

    1. Es funktioniert offensichtlich und kommuniziert, was gemeint ist. Das sicherzustellen, ist der Zweck von Rechtschreibung. Wie kann es dann falsch sein?
    2. Comics und Videospiele machen es alle so. Wie kann es falsch sein, wenn es in den beiden Genres die anerkannte Konvention ist? Belletristik existiert nicht in einem anderen Universum.

    Mich frustriert das irgendwie voll, dass bei Rechtschreibung und Zeichensetzung so gern über das sinnvolle hinaus auf Regeln beharrt wird. Sicher, Schreibung sollte im Hintergrund verschwinden und nicht vom Text ablenken, was nur geht, wenn es ein Mindestmaß an erwartbarer Gleichförmigkeit gibt. Aber ab einem bestimmten Level stören sich nur noch Snobs dran, und ich weigere mich, für Snobs meine Schreibung zu verkrampfen. (Vor allem wenn meine selbstgewählten Regeln stringenter und logischer sind ô.o)

    Verfasst in Die Schreibnacht-Deutsch-Nachhilfe™ weiterlesen
  • tine-schreibt

    @mone sagte in "...":

    Wo wir schon bei Unterbrechungen sind. Die Punkte stehen ja, wenn man sich selbst unterbricht, aber wie ist das, wenn man von jemand anderem unterbrochen wird? Ich setze da immer einen Bindestrich.

    Mich kotzt die Uneindeutigkeit von ‘…’ an. Man weiß nie, ob jemand abrupt abbricht oder die Worte im Sand verlaufen lässt. Daher verwende ich Bindestriche.

    Kurze, wenn jemand unterbrochen wird oder abbricht:
    “Ich weiß nicht, ob-”
    “Wie du weißt es nicht?”

    Und lange, wenn jemand seinen Satz auslaufen lässt:
    “Ich weiß nicht, ob ich–”
    “Ja?”

    Und Pausen sehen so aus:
    “Ich weiß nicht, ob ich das so oder so gemacht habe. – Ich weiß es wirklich nicht!”
    “Streng dich halt an.”

    EDIT: Der lange Bindestrich hier im Forum ist kürzer als der in Scrivener, deshalb ist der Unterschied hier nicht so deutlich.

    Verfasst in Die Schreibnacht-Deutsch-Nachhilfe™ weiterlesen
  • tine-schreibt

    @philbloom sagte in Show, don't tell - Ich brauche da mal Hilfe:

    @tine-schreibt mein Vorschlag war flach.

    Ich fand deinen Ansatz eigentlich ne ziemlich anschauliche Umsetzung der Idee von @czil Du hast mit wenigen Worten eine lebendige Szene skizziert.
    Für @lichtecht ist halt - denke ich - wichtig, sich bewusst zu sein, dass man bei dieser Lösung des Problems als Leserschaft keine Möglichkeit hat, zu entscheiden, wie viel an der Sache Marketing ist und wie viel reale Hintergrundgeschichte. Wenn also das Ziel der Übung sein soll, dass man sich nicht nur der Persona, sondern der realen Identität und Vergangenheit des Charakters näher fühlt, muss noch was an zusätzlicher Info nachgeschoben werden, bzw. es müssen Sachen zwischen den Zeilen stehen, die die Leserschaft als authentische Reaktion der Artistin erkennen kann.

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  • tine-schreibt

    @azul_celeste sagte in Show, don't tell - Ich brauche da mal Hilfe:

    Man kann eine Backgroundgeschichte nicht komplett ‘zeigen’, das wäre ja ein eigener Roman, oder?

    Es geht beim ‘Zeigen’ weniger um den Umfang. Tatsächlich ist es so, dass man mit einem kleinen bisschen Zeigen hier und da mehr erreicht als mit einem endlos langen behauptenden Erguss.

    Zeigen bedeutet, dass man wortwörtlich sieht, wie Dinge passieren.
    Für eine Beziehung bedeutet das z.B., dass man sieht wie die Charaktere miteinander in einer Weise umgehen, an der man auch dann ablesen kann, dass sie beste Freunde oder bitterste Feinde sind, wenn niemand ein explizites Wort darüber verliert.
    Für einen Rückblick bedeutet es, dass man entweder vollständige Szenen aus der Vergangenheit sieht, oder eine Montage, die emotional geladen genug ist und den Prozess so nachvollziehbar macht, dass sie für die Leserschaft zu einer vollständigen Erfahrung zusammenwächst.
    EDIT: Oder man kann auch beides mischen.

    Aber was @philbloom vorschlägt, funktioniert auch; sofern es nicht darauf ankommt, dass die Leserschaft das Gefühl hat, die tatsächliche Geschichte der Artistin und nicht nur ihr Brand Image zu erfahren.

    EDIT:
    @williwu sagte in Show, don't tell - Ich brauche da mal Hilfe:

    ‘Show’ ist Behauptung, ‘Tell’ ist Darstellung.

    Habe ich das mein ganzes Leben lang falsch verstanden?

    Nein, du hast es genau richtig verstanden; ich habs nur falschrum geschrieben. Sorry für die etwaige Verwirrung 'o.o Habs in meinem Post korrigiert…

    Verfasst in Schreibhandwerk weiterlesen

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