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    Oliver Graute

    Hallo Meersalz,
    mein Wunsch an die Autorenschaft ist, dass sie reflektierter mit ihren Werken umgeht. Ich kenne nur allzu gut das Gefühl, wenn jemand das eigene Werk kritisiert. Aber es hat tatsächlich noch nie geschadet, zumindest aufmerksam und kritisch zuzuhören, wenn ein Leser, Lektor, Korrektor, Verleger oder Kritiker eine Anmerkung zu meinen Texten hat.
    Desweiteren würde ich mir wünschen, dass Autoren ihr Handwerkszeug genauso beherrschen, wie ein Schreiner mit einer Säge oder einem Stechbeitel umgehen können muss. Dazu reicht es nicht aus, einfach draufloszuschreiben, es bedarf Übung, Lernbereitschaft und Lektüre von Fachliteratur zum Thema sowie Werken von bereits anerkannten Autoren. Wer bereit ist, den Beruf des Autors zu ergreifen, der sollte ihn auch erlernen. Natürlich ist mir klar, dass man nicht einfach auf die Berufsschule für Autoren geht, aber es gibt jede Menge Möglichkeiten sich sowohl Hilfe in Seminaren zu holen (aber bitte nicht auf die zahlreichen Schreibschulen hereinfallen), oder autodidaktisch zu lernen. Dann ist das Genre und Subgenre völlig egal. Beherrscht ein Autor seine Werkzeuge, kann er oder sie alles schreiben.

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    Oliver Graute

    Jedes Thema gehört ins Feuilleton, kein Thema gehört ins Feuilleton. Diese Debatte köchelt seit einigen Jahren durch die Szene, weil ich sie bei der Gründung der Akademie gefordert habe. Also eigentlich habe ich gefordert endlich Phantastik im Feuilleton besprochen zu finden. Inzwischen bin ich der Auffassung, dass man nichts zwingen kann oder sollte und es auch nichts besser machen würde, weil das Feuilleton nicht mehr den Stellenwert hat, den es mal hatte. Ich würde mich als ehemaliger Verleger mehr darüber freuen, in einem viel geklickten Youtube-Channel besprochen zu werden. Da passiert das Leben heute.

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    Oliver Graute

    Hallo Chrissy,
    dein Manuskript solltest du überhaupt erst dann wegschicken, wenn der Verlag dich darum gebeten hat. Vorher schreibst du ein Exposé und hängst eine Leseprobe an. Die Länge beider Texte ist von Verlag zu Verlag unterschiedlich. Du solltest das Manuskript danach erst dann wegschicken, wenn du der Meinung bist, dass es gut ist.

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    Oliver Graute

    Puh,
    das Schlimmste waren eigentlich die vielen Dinge die ich in Bezug auf Buchhaltung und Verlagswesen lernen musste. Eigentlich dachte ich, da kümmern sich dann andere Leute drum. Weit gefehlt. Das meiste am Verlegertum ist ziemlich langweiliger 9-to-5-Job mit schlechter Bezahlung. Nein quatsch. Es ist ein 7-to-22-Job mit schlechter Bezahlung. Die bitterste Pille, die es zu schlucken gilt, ist die Erkenntnis, dass unser Geschmack nicht zwingen der der Leser ist, auch wenn es noch so viele gute Gründe dafür gäbe.

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    Oliver Graute

    Hallo Incardia,
    persönlicher Geschmack spielt immer eine große Rolle bei der Auswahl. Es gibt hunderte Klischees in Geschichten, die ich allesamt nicht besonders mag, aber es ist ein Unterschied, ob man merkt, dass ein Autor glaubt, es würde Niemandem auffallen, oder ob das Klischee absichtlich und mit Bedacht eingesetzt wird.
    Der Lesegeschmack verändert sich mit den Jahren und bei mir ist das nicht anders. Mit mir reifen auch die Themen, die ich lesen möchte und die mich interessieren.

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    Oliver Graute

    Hallo Bellasie,
    nein, ich habe keine Listen erstellt. Ich habe gemerkt, dass ich in meinem Beruf total unglücklich war und mich dann entschieden, diesen Umstand zu ändern. In der Folge habe ich viele Entscheidungen getroffen, viele davon bereut, aber niemals die eine Entscheidung, die mich auf den für mich richtigen Weg gebracht hat. Allerdings empfehle ich den Menschen in meinem heutigen Job, wenn es ihnen schwer fällt, herauszufinden, was sie eigentlich in ihrem tiefsten Herzen wollen und brauchen, genau mit solchen Listen und einigen Kreativmethoden herauszufinden, wo des Pudels Kern liegt.

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    Oliver Graute

    Hi Lea,
    so ein Preis geht immer in zwei Richtungen. Zum einen soll er eine starke Außenwirkung haben. Menschen sollen erfahren, dass es etwas Preiswürdiges gibt. Die Bewertung der Relevanz obligt dann natürlich jedem einzelnen, der davon erfährt. Wir versuchen natürlich, ein möglichst breites Publikum mit unserem Preis zu erreichen. Doch so etwas dauert zum einen, weil man sehr viel Netzwerken muss, um die richtigen Menschen und Multiplikatoren zu erreichen, und zum anderen gibt es eben unendlich viel Konkurrenz. Die Medien berichten gerne zum ersten Mal, aber spätestens beim dritten Mal, bedarf es schon einer Besonderheit. Schicksalsschläge unter den Preisträgern sind da gerne genommen. Dennoch glaube ich, dass einige Menschen schon etwas auf ein preisgekröntes Werk geben. Es verleiht zum Beispiel einem Buch eine höhere Wertigkeit.
    Der zweite Punkt ist die Wirkung nach innen. So ein Preis stärkt das Wir-Gefühl in der Community. Unter den Autoren und Verlagen gewinnt der SERAPH immer mehr an Bedeutung )In diesem Jahr kamen über 400 Besucher zur Preisträgerlesung.). Die Szene kann sich feiern und fühlt sich motiviert eine gutes Buch zu schreiben, um ebenfalls einen Preis zu erringen.
    Richtig funktionieren kann das ganze aber nur, wenn alle Teilaspekte zusammenspielen, um den Hype auszulösen. Die Verlage müssen eben auch mit einem Preis werben und die Autoren ihn ernst nehmen und stolz darauf sein.

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    Oliver Graute

    Hallo Amaineko,
    ich hoffe, du bist mir jetzt nicht böse, wenn ich dir sage, dass es keine besonders gute Idee ist, ein Buch selbst zu illustrieren und an einen Verlag zu schicken. Das ist sozusagen das erste Ausscheidekriterium für Verlage. Ich verstehe total deinen Drang danach, aber ich kenne zuviele Kollegen, die sich genau über diese Einsendungen aufregen. Es gibt Hybridbücher, die so erscheinen, aber es ist nicht die Regel und schwer zu vermarkten. Wenn es dir darum nicht geht, habe ich nichts gesagt.

    Warum zeichnest Du die Bilder nicht auf traditionelle Weise? Wozu benötigst du eine Grafikprogramm? Grafikprogramme brauchen viel Zeit, um sich einzuarbeiten, ein Bleistift nicht. Einscannen kannst du sie danach immer noch.

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    Oliver Graute

    Hallo Finley,
    tatsächlich gibt es gar nicht so viele Berührungspunkte zwischen den einzelnen Branchen, wie ich mir wünschen würde, aber wenn man viel mit Menschen zusammenkommt, die alle im Kreativbereich tätig und sich überdies auch noch sympathisch sind, dann heckt man schon einmal gemeinsame Projekte aus. Und so lernt man wieder andere Menschen kennen und so weiter. Es gibt einige Grafik-Designer die auch einen Hang zum Schreiben haben und so ist man vielseitig einsetzbar. Mir liegt viel daran, Neues kennenzulernen und mich neuen Herausforderungen zu stellen. Das Meiste ergibt sich von selbstr, man darf es vermutlich aber nicht mit der Brechstange versuchen. Kommen lassen.

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    Oliver Graute

    Hi Matty,
    puh, das hat sicherlich einiges mit Zufall zu tun, aber auch mit harter Arbeit. Verleger werden ist zunächst mal nicht schwer und danach Autor im eigenen Verlag auch nicht. Ich habe den Job 20 Jahre lang gemacht und manchmal eben auch nach dem Motto: Mach’s selber, dann wird’s wenigsten gemacht. Ich würde dir raten, es dir noch einmal gut zu überlegen. Das Geschäftsmodell steht aufgrund der Masse an Menschen, die einen ähnlichen Weg gehen wollen, undd immer weniger Menschen, die wirklich Bücher lesen wollen, auf tönernen Füßen. Sorry, aber einen besseren Rat kann ich dir nicht geben. Versuche es vielleicht erst einmal als Hobby und dann, wenn es sich gut anlässt, kannst du ins Profifeld aufschließen. Das haben viele Autoren so gemacht und bei einigen hat es funktioniert. Bei anderen nicht.

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    Oliver Graute

    Hallo Hot Coffee,
    ein Titel fällt mir spontan ein. “Die myrrhischen drei Könige” von Seth Grahame-Smith. Das Buch hat mir sehr viel Spaß bereitet und ich schätze guten Humor. Leider trauen es sich nicht besonders viele Autoren zu.

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    Oliver Graute

    Hallo Tenja,
    Grundsätzlich kann natürlich jeder Autor einen Roman für eine Rollenspielwelt schreiben. ABER: Bei den Rollenspielen handelt es sich um das geistige Eigentum Dritter und meist gibt es ein klares Copyright auf derartige Produkte. Es ist dir also nicht gestattet, einfach einen Roman in einer von jemand anderem ersonnenen Welt zu verfassen und zu vermarkten, doch du kannst den entsprechenden Verlag natürlich fragen, ob er deine Geschichte nicht vielleicht veröffentlichen mag. Als Auftragsarbeit.

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    Oliver Graute

    Hallo Flügellos,
    also meine Begeisterung für phantastische Literatur ist durch meine Kindheit geprägt. Nordische Götter- und Heldensagen, die unendliche Geschichte, der Herr der Ringe, Elric von Melnibone, das waren Bücher, die mich in abenteurliche Welten entführten. Filme über Ritter, Drachen und Piraten, Themenparks und frühe Formen des Rollenspiels haben mich schon immer fasziniert. Ein starker Grund dafür ist sicherlich die Grenzenlosigkeit der Möglichkeiten, aber auch die Gelegenheit, Probleme in der realen Welt durch Metaphern anzusprechen. Phantastische Geschichten dürfen einfach alles, ohne Angst haben zu müssen, irgendwo anzuecken. Und ja, es geht auch ein wenig um die Reduzierung komplexer Probleme auf ein erträgliches Niveau.
    Wenn du der Phantastik nichts abgewinnen kannst, dann ist das ja kein Makel. Wir sind alle verschieden und dsas ist auch gut so.

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Es scheint als hättest du die Verbindung zu Schreibnacht verloren, bitte warte während wir versuchen sie wieder aufzubauen.