• KVHaderer

    Natürlich! Hat jeder. Vor allem, wenn man das verdammte Manuskript schon zum gefühlt 100. Mal liest und du den Witz, bei dem du anfangs fast vom Sessel gefallen bist, einfach nur noch langweilig findest. Man kann dann gar nichts mehr am Buch genießen. Jeder Satz fühlt sich verkorkst an.

    Da hilft nur eines: Abstand. So lange, dass man den Text nicht mehr unmittelbar im Ohr hat und wieder mit frischem Auge darauf schauen kann. Dann kann man auch wieder genießen, was man geschrieben hat, darüber lachen oder sich über besondere Formulierungen freuen.

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  • KVHaderer

    Also natürlich gibt es keinen Plan A, mit dem man fährt und passt’s. Es ist Genre-abhängig, ob man z.B. eine gute Möglichkeit hat, im Amazon-Ranking hochzurutschen. Liebesromane und Thriller laufen z.B. gut, aber dort gibt es auch die größte Konkurrenz. Heißt: Man kann Glück haben und viel verkaufen, oder man hat Pech und niemand sieht dein Buch.
    Abgesehen davon, dass das Handwerkliche passen muss - Geschichte, Cover und Titel sollen zu dem Produkt passen, das du lieferst - ist eben auch immer eins dabei: GLÜCK.
    Niemand kann sagen, warum sich das eine Buch 30.000 Mal verkauft, das andere nicht. Warum du mit dem einen Buch zu diesem Zeitpunkt in die Top 200 rutschtst und mit dem anderen nicht. Es gibt nur Faktoren, die diese Umstände begünstigen können.
    Ich empfehle jedem SPler, die Selfpublisher-Bibel zu lesen und sich dort über den Markt und seine Gepflogenheiten zu informieren.

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  • KVHaderer

    Ich habe wie viele mit Selfpublishing angefangen, da sich die frühe Suche eines Verlags als unfruchtbar herausgestellt hat. Aber wie bei so vielem - irgendwo muss man ja anfangen. Mein Vater trat mit einem Artikel über Amazon KDP an mich heran, und tada, ein halbes Jahr später habe ich das gemacht.

    Als allererster wichtiger Tipp: Abonniere die Selfpublisher-Bibel. Das ist ein Blog mit zahlreichen hilfreichen Tipps und Tricks, der von Matthias Mattnig geführt wird. Übrigens auch für Nicht-SPler eine wertvolle Quelle, einfach auch um diese Seite des Marktes kennenzulernen. Gerade kleinere Verlage verkaufen ja auch hauptsächlich über Social Media und Internet, daher sind sie für mich Hybridformen von Verlagen und SPlern.

    Zweiter Tipp:
    Suche dir Gleichgesinnte. Hilft nicht nur beim Schreiben, um sich gegenseitig zu motivieren, sondern auch, um vielleicht in einer Gruppe Inhalte zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen. Besonders fruchtbar ist dieses “Teilen” aber hauptsächlich bei Genre-Gleichgesinnten. Wenn dir High-Fantasy-Liebhaber folgen, wird die wenigsten der neue Liebesroman von XY interessieren.

    Dritter Tipp:
    eBooks. Egal, ob du sie magst oder nicht, vermutlich wirst du als SPler viel mehr eBooks verkaufen als Taschenbücher. Und tatsächlich ist es weniger kompliziert, rascher änderbar, kostet keinen Versand … Falls du eBooks nicht magst, würde ich dir raten, deine Einstellung dazu zu ändern und dir mal einen eReader zuzulegen, damit du weißt, womit es dein Kunde so zu tun hat.

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  • KVHaderer

    Also um ehrlich zu sein: Damit kämpfe ich auch. Vor allem, da ich extrem ruhebedürftig bin. Ich brauche meinen Schlaf, ich brauche meine Auszeit. Ich arbeite 25 Stunden im Dienstleistungsbereich, das kann extrem schlauchend sein.
    Ich versuche die Vormittage zu nutzen, in denen ich ausgeschlafen bin, wenn ich erst zu Mittag arbeiten muss. Und natürlich die Wochenenden. Dazwischen mache ich aber immer Pausen, koche mir etwas zu essen … Lege mich aufs Sofa und lasse die Gedanken schweifen. Diese Pausen brauche ich auch, um die nächsten Szenen zusammenzusetzen und zu schauen, wo ich hin möchte.
    Ich kenne AutorInnen, die extrem konsequent sind. Ich darf behaupten, dass ich nicht unbedingt dazu gehöre. Im letzten Jahr war ich sehr produktiv und habe 1000 Normseiten geschrieben. Man muss aber dazu auch sagen, dass ich sehr schnell tippen kann.

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  • KVHaderer

    Also das ist von Verlag zu Verlag sehr unterschiedlich. Ich kenne KollegInnen, die einfach ein Cover vorgesetzt bekommen, nach dem Motto: Friss oder stirb.
    Ich war Gott sei Dank noch nie in einer solchen Situation. Ich konnte bisher immer Wünsche und Ideen äußern, sowohl was die Covergestaltung als auch den Titel anbelangte. Manchmal konnte ich sogar aktiv Gestaltungswünsche oder Änderungswünsche anmerken, als ich den Entwurf bekam. Das war bisher nie ein Problem. Ich hoffe aber auch, dass ich kein zu komplizierter “Kunde” bin. Ich vertraue meinem Verlag und den Designern. Es war bisher ein einziges Mal, dass mir ein Cover gar nicht zugesagt hat, und das habe ich mich dann auch getraut zu sagen und es wurde geändert.

    Wichtig ist es - wie bei allem im Leben - respektvoll mit seinem Gegenüber umzugehen. Er gibt genauso sein Bestes wie du. Wer positiv miteinander zusammenarbeitet, arbeitet auch gern miteinander.

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  • KVHaderer

    Hallo Sophie,

    In der Tat ist mir persönlich Diversität sehr wichtig, auch wenn ich mich selbst an der Nase nehmen und aktiv mein “gewöhntes” Denken hinterfragen muss. Wir alle sind in unseren Gewohnheiten gefangen und reflektieren unser Umfeld. Wenn wir nicht mit vielen Menschen anderer Sexualtiät, Ethnie, Religion etc zu tun haben, verfallen wir oftmals in Klischees, die wir kennen.
    Es ist aber nicht immer gut, Klischees zu reproduzieren, weil sie eine einseitige Welt schaffen. Und Bücher, Filme etc. reflektieren nicht nur unsere Welt, sondern haben auch Einfluss darauf, wie sich wiederum andere Menschen sehen.
    Ich bin bei weitem nicht perfekt und muss selbst noch viel an mir und meinen Geschichten arbeiten, um mich zu verbessern!

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  • KVHaderer

    Sehr gern! Es waren viele interessante Fragen dabei. Ich habe mich sehr gefreut. Wenn ihr etwas von mir braucht, findet ihr mich auf www.facebook.com/katharinavhaderer oder auf Instagram unter www.instagram.com/katharinavhaderer

    Ich wünsche euch noch einen wunderschönen, produktiven Schreibabend!

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  • KVHaderer

    Also das ist immer so die Waage zwischen “dahin zieht mein Herz” und “Abgabetermin warats g’wesn”! Natürlich hat man als AutorIn auch Verpflichtungen, die man einhalten muss. Habe ich aber die Möglichkeit, schreibe ich an dem, woran mein Herz hängt.

    Für jedes Buch habe ich ein eigenes Notizbuch, wobei ich zugeben muss, dass ich bei den letzten Büchern vermehrt nur mit Notizen via der digitalen Pinnwand von “Papyrus” (Schreibprogramm) gearbeitet habe. Aber bevor ich ein Buch starte, schreibe ich mal einen “Fahrplan”, also eine Zusammenfassung von dem, was ich bisher weiß, und wohin ich will. Das drucke ich mir aus und klebe es ins Notizbuch. Hier kommen auch Skizzen für Städte etc. hinein und gelegentliche Ideen.

    Wenn ich nicht mehr weiter weiß, schreibe ich Szenenpläne mit Excel und arbeite mich so voran. Oder ich arbeite mit dem “Wolken”-System - auf ein gigantisches Blatt Papier oder mehrere Notizbuchseiten schreibe ich alle Szenen und Elemente, die ich noch einfügen wollte, und verbinde diese mit einem roten Faden zu einer Story.

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  • KVHaderer

    Ich schreibe streng chronologisch. Es passiert durchaus auch, dass ich Szenen schreiben muss, die ich nicht so gern mag. Dann kann ich mich freuen, dass danach eine tolles Ereignis oder eine Überraschung für die LeserInnen offenbart wird, auf die ich die ganze Zeit hingefiebert habe.
    Bei mir muss die Basis passen, um weiterschreiben zu können. Ich stecke, wenn die Basis nicht passt. Dann muss ich herausfinden, woran es hakt. Zwinge ich den Charakteren eine Handlung auf, die nicht länger zu ihnen passt? Habe ich ein Plot-Logik-Problem? Sind ihre Motivationen zu schwach? Es kann schon passieren, dass ich immer wieder zwei Kapitel schreibe, sie streiche, neue schreibe … Beim letzten Mal hab ich gesamt sicherlich 100 Seiten geschrieben und wieder geschnitten.
    Manche “schreiben” da drüber. Ich nicht, denn für mich ist ein Buch wie ein Haus mit Fundament: Wenn das nicht passt, bricht die restliche Handlung zusammen. Und am Ende eines Buches herauszufinden, was nicht passt, ist ungleich schlimmer!

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  • KVHaderer

    Liebe Sophie,

    Natürlich gehen das Leute ganz unterschiedlich an. Ich kenne AutorInnen, die zuerst die Welt genaustens konzipieren, genau wie es AutorInnen gibt, die zuerst 10-Seitige Info-Blätter über ihre Charaktere anlegen.
    Meine Welt ist Stück für Stück gewachsen. Dadurch, dass ich in unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten schreibe, offenbart jeder Roman ein weiteres Stück der Welt, das jedoch immer Kontaktpunkte zu vergangenen und zukünftigen Romanen besitzt.

    Den Anfang für die Welt “Mundus” (den Namen verwende ich eigentlich sehr selten, es war einfach mal eine Notwendigkeit) habe ich in einem Buch geschrieben, das nicht veröffentlicht worden ist. “Familiengeheimnisse” spielte in der frühen Neuzeit und geschichtlich gesehen endete es mit dem Umbruch der Monarchien. Die Romane, die in der Schwertzeit angesiedelt sind (Mittelalter), sind noch stark durch Königreiche und Herrscher geprägt. Die Landschaft in meiner SP-Reihe “Götterdämmerung” sieht schon ganz anders aus und hat demokratische Staaten.

    Es gibt hier größere, kontinentale, göttliche, kulturelle und soziale Zusammenhänge.

    In den einzelnen Büchern fokussiere ich mich immer speziell auf einen besonderen Bereich und seine Geschichte, Kultur und Entwicklung. Es ist quasi wie eine kleine Welt in einer größeren Welt. Die Städte, in denen die Handlung stattfindet, haben immer einen großen Einfluss auf ihre Bewohner. Hier verwende ich natürlich Informationen, die ich oberflächlich in andere Reihen einfließen habe lassen, doch die Vertiefung geht von Roman zu Roman statten.

    Wie etwas aussieht, hat natürlich immer mit dem Ort zu tun. Terra Talioni ist eine Stadt in den Bergen, eine in sich geschlossene Enklave, in der lauter Eigenbrötler leben. Tradea ist eine gewaltige Hafenstadt am Meer, hier gibt es venezianisch angehauchte Kanäle, Häfen, und starken kulturellen Austausch mit den Heißen Ländern, daher ist Mirage auch von dunkler Hautfarbe. Badhre ist die versunkene Stadt durch den Götterfall, Poschovar ein Überbleibsel aus einem anderen Buch, das ich nicht veröffentlicht habe.

    Alles ist verwoben. Man darf nur keine Angst haben, irgendwo zu beginnen. Dann wird sich mit jedem Buch, egal ob veröffentlicht oder unveröffentlicht, die Welt erweitern, ohne dass man sich zu Beginn von den Möglichkeiten erschlagen fühlt. Ich würde raten, in einem kleinen Bereich zu beginnen und die Umgebung zu streifen und mich dann erst vorzuarbeiten.

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  • KVHaderer

    So, meine Lieben! Ich bin da und werde mich von unten nach oben durch die Fragen durcharbeiten! Ich hoffe, ich kann euch mit Rat und Tat zur Seite stehen! eure Katharina

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  • KVHaderer

    Ich habe es mir persönlich schon überlegt, aber dann die Preise erfahren und das war’s dann auch schon mit der Überlegung. Eine gute Übersetzung eines offiziellen Übersetzers kostet zwischen 3500 und 12.000 Euro. Danach muss vermutlich noch ein Lektorat ran. Das kann man sich einfach als Einzelperson selten leisten.
    Es gibt bilinguale AutorInnen, die Englisch schreiben und dann auf Deutsch übersetzen (Bsp.: Anna Katmore, sie hat auch beim Drachenmond-Verlag Taschenbücher veröffentlicht), das ist natürlich praktisch. Hier kann man auf beiden Märkten erfolgreich sein. Der englischsprachige Markt ist natürlich riesig, dafür gibt es auch wahnsinnig viel Konkurrenz.

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  • KVHaderer

    Ich habe mich gerade eingeloggt und freue mich, bei euch sein zu dürfen! Ich hoffe, ich kann euch mir Rat und Tat beiseite stehen und all eure offenen Fragen beantworten.
    Falls ihr mal über die Schreibnacht hinaus Kontakt mit mir aufnehmen wollt, ist es am besten, ihr schreibt mir via Instagram oder Facebook, da bin ich regelmäßig aktiv.

    Liebe Grüße,
    Katharina

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  • KVHaderer

    Also niemand ist unfehlbar, und ich bin mir ziemlich sicher, sollte irgendjemand meine Bücher wissenschaftlich analysieren, wird er/sie auch etwas finden (wenn man etwas finden will, findet man immer etwas!).

    Wenn ich einen Logikfehler bemerke, passe ich natürlich die Geschichte an, da die Welt ja schon seit mehreren Buchreihen und Einzelbänden besteht. Wichtig ist, das Große und Ganze nicht aus dem Auge zu lassen. Die Details sind ja in den meisten Fällen nur für das eine Buch oder die Reihe an sich wichtig. Aber die großen geschichtlichen und kulturellen Zusammenhänge vergesse ich nicht, da ich ja mindestens ein halbes Jahr an einem Buch schreibe. Dass in der Wüste der Shavalla ein nuklearer Krieg gegen die Menschen stattgefunden hat, der die Wüste verseucht und die Shavalla-Dämonen erblinden lassen hat, ist etwas, das sich genauso in mein Gedächtnis eingeprägt hat wie etwas, das ich erlebt habe.

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  • KVHaderer

    Anfangs habe ich allein geschrieben. Mittlerweile kenne ich zahlreiche AutorInnen, und einigen vertraue ich mich natürlich auch bei Problemen an. Durch den NaNoWriMo hat sich auch eine Gruppe gebildet, die so geblieben ist. Hier kann man sich - so wie ihr in der Schreibnacht - gegenseitig motivieren oder Fragen stellen.
    Richtig “treffen” tu ich mich eigentlich nicht, auch wenn ich das gern ändern würde, aber es ist halt auch eine Zeitsache.

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Es scheint als hättest du die Verbindung zu Schreibnacht verloren, bitte warte während wir versuchen sie wieder aufzubauen.