• KristinBa

    Auch wenn ich die Argumente “gegen” Deutschland sehr gut nachvollziehen kann, eine lange Zeit ähnlich dachte und meine Geschichten ebenso außerhalb Deutschlands angesiedelt habe: Mittlerweile sehe ich das selbst etwas anders. Nicht zuletzt, weil sich meine Geschichte in den hier oft benannten USA falsch anfühlt. Eben wegen vorher benannten und benötigten Unterschieden (Schulsystem, Uni, …). Ich hingegen “brauche” das deutsche System bzgl. Schule, Ausbildung und Co.

    Mein aktuelles Projekt spielt in meiner Heimatstadt. Nirgends kenne ich mich so gut aus wie hier. Zudem gibt es hier echt spannende Legenden und Sagen wie die vom Löwenpudel, von Riesen, Zwergen, Hexen und dem Teufel persönlich, der Hexenverbrennung im Mittelalter, Orte wie der Hüggel, die Sgönaunken, …
    Und so un-mystisch oder un-spannend ist Deutschland allgemein gar nicht, wenn man nur ein wenig gräbt: Grimm, Germanien und die germanischen Gottheiten, deutsche Sagengestalten, der Untergang von Rungholt, die kontinentalgermanische Mythologie …

    Und dann gibt es ja auch noch die Möglichkeit, seinen Ort fiktiv anzusiedeln. Was ich bei Details manchmal sinnvoller finde. Denn wenn ich etwas behaupte (wie der Stau an Ecke XY um 10 Uhr), das nicht stimmt, fällt es dem Leser, der sich dort auskennt auf. Um mich persönlich stört das beim Lesen ungemein, wenn ich weiß, dass es eigentlich anders ist. (So passiert in meiner letzten Sommer-Lektüre, in der Spiekeroog auf einmal einen zweiten und dritten Nachtclub hatte, eine dritte Kirche und Häuser, die es so einfach nicht geben kann).
    Wenn es (deutsche) Autoren jedoch schaffen, ihre (fantastischen) Gesichten in deutschen Städten (fiktiv oder real) gut einzubetten, lese ich sowas unwahrscheinlich gerne. Sogar momentan wesentlich lieber als Geschichten, die in den USA spielen.

    Verfasst in Schreibhandwerk weiterlesen

Es scheint als hättest du die Verbindung zu Schreibnacht verloren, bitte warte während wir versuchen sie wieder aufzubauen.