• Klaus N. Frick

    Bei mir privat …

    In den späten 90er-Jahren in der »Katakombe« verkaufte ich morgens um fünf Uhr einem Bekannten ein Exemplar meines Romans »Vielen Dank Peter Pank«. Um zwei Uhr mittags klingelt das Telefon, er ist dran. »Die Flasche Wein ist leer, das Buch habe ich zu Ende«, sagt er. Es war das erste Buch, das er überhaupt gelesen hatte, seit er die Schule beendet hatte (Automechaniker von Beruf). Da war ich total stolz.

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  • Klaus N. Frick

    Danke für die Frage, die ich ein wenig knifflig finde. Lass mich auf zwei Ebenen antworten.

    Als Redakteur: Ich betreue eine Science-Fiction-Serie mit Zigtausenden von Lesern jede Woche. Da muss sich ein Autor oder eine Autorin sehr genau überlegen, für wen man schreibt. Da ist eine Marktorientierung also absolut wichtig; ich würde es sowieso »Leser-Orientierung« nennen.

    Als Autor: Ich habe immer geschrieben, was mir Freude bereitet. Die Verkaufszahlen bei den meisten meiner Bücher blieben allerdings sehr überschaubar. Ich würde trotzdem immer versuchen, das zu schreiben, was ich selbst gern lese. Selbstverleugnung würde ich nicht da betreiben, wo mein Herzblut ist.

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  • Klaus N. Frick

    Auch wenn es »zu spät« ist, gehe ich kurz auf die Frage ein. Meine erste Geschichte habe ich veröffentlicht, da war ich gerade mal 16 Jahre alt – es gab damals 300 Mark dafür, und ich hielt mich für einen ernstzunehmenden Autor. Der Höhenflug hielt auch einige Zeit an …

    Ernsthaft: Ich bezeichne mich heute als Gelegenheitsautor. Einfach deshalb, weil ich meinen Tag damit verbringe, als Redakteur mit Autoren zu arbeiten, und nicht selbst schreibe. Wenn ich Gelegenheit dazu habe, schreibe ich dann auch selbst.

    Es ist für mich immer noch ein unglaublich befriedigendes Gefühl, einen Text von mir gedruckt zu sehen – und natürlich hat’s mich tierisch gefreut, als Droemer-Knaur meinen Fantasy-Roman so schön in die Buchhandlungen gebracht hat. Aber auch Kurzgeschichten oder Sachartikel freuen mich immer noch tierisch. (Da verwandle ich mich womöglich wieder in den 16 Jahre alten Jungen aus dem Schwarzwalddorf. Wer weiß?)

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  • Klaus N. Frick

    Vielen Dank urück. Ich habe mich sehr wohlgefühlt.

    Und nachdem ich jetzt hier eh angemeldet bin, schaue ich vielleicht mal wieder rein.

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  • Klaus N. Frick

    Ich zucke tatsächlich zusammen, wenn Auserwählte und Prophezeiungen auftauchen. Ansonsten sind es nicht die alten Geschichten, die nerven, sondern die Tatsache, dass sie oft schlecht serviert werden.

    Wir haben haufenweise Geschichten vom Weltuntergang gelesen. Und dann kommt Adrian J. Walker, knallt uns »Am Ende aller Zeiten« vor die Füße, und ich bin baff.

    Wir haben haufenweise Geschichten von durchgeknallten Mördern gelesen. Und dann haut uns Anthony O’Neill mit »Dark Side« die Geschichte von einem mordenden Androiden auf der dunklen Seite des Mondes um die Ohren, und da staune ich.

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  • Klaus N. Frick

    Danke für das herzliche »Willkommen«. Ich bin dann für alle möglichen Fragen gerüstet. Schauen wir mal, was kommt …

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  • Klaus N. Frick

    Da es meine erste Schreibnacht ist, bin ich schon mal einigermaßen nervös. Ich bin sehr gespannt auf die Fragen.

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  • Klaus N. Frick

    Nur kurz von mir zurück: Danke auch für die Fragen; ich hoffe, ich konnte die eine oder andere gute Antwort geben.

    Kann sein, dass ich heute abend auch noch schreibe. Dann bin ich quasi bei der Schreibnacht weiter dabei …

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  • Klaus N. Frick

    No Go ist: aufdringlich sein.

    Mich nervt echt, wenn mir Autoren jeden Tag via Facebook ihr immer wieder gleiches Buch vor den Latz knallen. (Ich hoffe, ich mach das nicht auch …) Das führt dazu, dass ich es mir sicher nicht besorgen werde.

    Ich glaube, das ist das stärkste No Go.

    Besonders wichtig finde ich: glaubwürdig sein.

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  • Klaus N. Frick

    Kommt darauf an … ernsthaft: Wenn Du ein Manuskript bei einem Verlag einreichst, muss es so gut wie möglich sein. Also geh notfalls noch mal dreimal drüber. Ich finde, da darf man nicht zu schlapp sein – davon hängt ja viel ab.

    Für mich selbst habe ich auch versucht, so ordentlich wie möglich zu schreiben. Ich unterscheide da immer zwischen Ideen notieren – da sind mir Rechtschreibfehler und anderer Unfug egal – und richtig schreiben, wo ich dann schon versuche, sauber zu schreiben.

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  • Klaus N. Frick

    Ich habe klar getrennt: Ich bin morgens früh aufgestanden – meine Frau ist Lehrerin und muss um sechs Uhr raus. Dann habe ich mich frisch an den Rechner gesetzt und an meinem eigenen Projekt gearbeitet. Erst wenn ich da ein ordentliches Stück hinter mich gebracht habe, machte ich etwas anderes.

    Dann ging ich ins Büro, und abends las ich die Manuskripte »meiner« Autoren. Anders ging es nicht. Wenn ich mir tagsüber den Kopf mit PERRY RHODAN voll mache, kann ich abends nicht mehr kreativ an eigenen Geschichten arbeiten.

    Ein Notizbuch habe ich auch, sogar beim Radfahren oder Trainieren; ich habe sogar einen Block im Auto liegen.

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  • Klaus N. Frick

    Soooo viele Bücher hab ich noch nicht veröffentlicht. Ich bin aber »Einzelkämpfer«; das passt mir besser. Und ich komme meist mit Testlesern gar nicht so gut klar.

    Während ich »Das blutende Land« schrieb, habe ich meist die Kapitel recht flott geschrieben. Wenn ich beispielsweise das fünfzehnte Kapitel geschrieben habe, nahm ich mir aber abend dann das achte vor und arbeitete das noch mal durch. Wenn mir da eine Idee kam, die ich auch für später verwenden konnte, wurde die gleich entsprechend verarbeitet.

    Vom ersten Hauruck-Schreiben bis zum fertigen Manuskript dürften es im Schnitt fünf Durchgänge gewesen sein. Dann kam das Lektorat … und im gedruckten Buch habe ich prompt trotzdem »Redigierleichen« und Stilschwächen gefunden.

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  • Klaus N. Frick

    Ich habe vor Jahren versucht, einen Liebesroman anzufangen, weil mich interessierte, wie das gemacht wird. Dazu las ich dann auch einige populäre Romane (ich konnte weder mit Nicolas Sparks noch mit Nora Roberts viel anfangen …). Ich schrieb einige zehntausend Zeichen und gab dann erst einmal auf; das Manuskript finde ich nicht mal schlecht. Aber eine Testleserin (da hatte ich doch eine) aus einem Verlag meinte halt, »man merkt, dass das ein Mann geschrieben hat«.

    Ich glaube, da habe ich einfach meine Grenzen.

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  • Klaus N. Frick

    Guter Vorschlag.

    Aber ich kritzle erst dann auf den Block, wenn ich an einer Ampel stehe. Ich bin auch schon von der Autobahn abgefahren … es geht ja meist um Notizen von Ideen, die man sonst vergisst.

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  • Klaus N. Frick

    Sehr viele Fragen auf einmal. Ich fange hinten an:

    Leider müssen wir immer wieder Kompromisse eingehen. Es gibt einen Spruch von mir: »Lieber ein schlechter Roman als kein Roman.« In nunmehr 56 Jahren ist jede Woche ein Roman erschienen; das geht nur mit ungeheurer Disziplin und einem ständigen Termindruck.

    Wir planen gut vor, die Autoren haben sechs Wochen mindestens Zeit, ihre Romane zu schreiben, und wir haben danach auch noch Wochen Zeit, sie zu redigieren. Aber es werden Menschen krank, es geschehen Unfälle, jemand schreibt sich ins Aus, es kann alles passieren …

    Die meisten Termine halten wir; aber so zwei- bis fünfmal im Jahr arbeiten wir dann mit Notfallplänen und Dauerchaoos …

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Es scheint als hättest du die Verbindung zu Schreibnacht verloren, bitte warte während wir versuchen sie wieder aufzubauen.