• Hanka

    Ach, eine geht noch!

    Sagen wir so: Es gibt Menschen, die Kommasetzung verstanden haben. Und es gibt welche, die das von sich glauben. Und welche, die intuitiv viel richtig machen. Es gibt auch Menschen, die verdienen Geld mit der Behauptung, dass sie Kommasetzung verstanden hätten. Und alles dazwischen.

    Vorn im gedruckten Duden (und auch online) gibt es eine Übersicht über die Kommaregeln. Das sind gar nicht soo viele und sie sind auch gar nicht soo knifflig. Mit denen kann man etwa 95 Prozent aller Kommas richtig setzen. Der Rest ist Finetuning für GrammatikexpertInnen, und ich vermute mal, es merken nur sehr, sehr wenige Lesende, wenn die nicht richtig sitzen.

    Falls du also keine Korrektorin mit einer Fehlerquote von null werden willst (die im Übrigen niemand hat), sei nicht so streng mit dir und den Kommas. Ach, und der Duden Korrektor hat auch nicht immer recht … ;)

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  • Hanka

    Ich hoffe, ich habe alle Fragen irgendwie zufriedenstellend beantwortet und oft genug meinen Kater erwähnt. Der sitzt mir nämlich gegenüber und schaut vorwurfsvoll in die andere Richtung.
    Ich bedanke mich sehr für die Einladung und bin erstaunt, wie schnell man hier so ins Labern kommt …

    So, und der Vollständigkeit halber lass ich noch meine digitale Visitenkarte da: https://www.lektographem.de

    Ich wünsch euch eine erfolgreiche Schreibnacht! Nutzt sie, denn morgen wirds wieder hell und warm und überhaupt … Im Dunkeln ist gut munkeln.

    Es knickst
    Hanka

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  • Hanka

    Den Test müsste ich mal machen, aber leider weiß ich meistens schon vorher, mit welchem Programm die Leute arbeiten, weil sie mich fragen, in welchem Format ich den Text brauche, mit welchem Programm ich arbeite usw. Und dann müsste ich wahrscheinlich zwei Texte von einem/r Autor/in anschauen, um einen Unterschied zu erkennen. Hast du den Test mal mit jemand anderem gemacht?

    Auf jeden Fall: Papyrus Autor ist toll mit seinen vielen Features! Im Lektorat brauch ich die weniger (außer vielleicht die Wortwiederholungsanzeige); aber ich hab das Programm auch, um alles anbieten und konvertieren zu können.

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  • Hanka

    Wenn deine Autorin deine Arbeit bereichernd findet, seid ihr auf dem besten Weg, oder?
    Es gibt ein hilfreiches kleines Büchlein, in dem für beide Seiten Hinweise und Tipps aufgeführt werden: “Testlesen” von Sonja Rüther. Einen Auszug findest du hier zum kostenlosen Download: https://www.briefgestoeber.de/2014/09/15/testleser-checkliste/

    Die Frage mit den Ideen musst du für dich beantworten, denn wenn du sie der Autorin schenkst, sind sie eben genau das: ein Geschenk. (Und wiederholen ist gestohlen!) Entscheide selbst, ob manche Geschenke zu groß sind, oder ob du stolz bist, wenn sie deine Ideen mit einbaut und du so Teil ihres Werkes wirst.

    Auf jeden Fall ist es toll, wenn ihr einander bereichert und du diese zeitaufwendige Aufgabe gern machst. Das ist die Voraussetzung, um eine hilfreiche Testleserin zu sein.

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  • Hanka

    Ich mochte Kings Buch auch sehr gern und zitiere immer wieder gern daraus. Im Endeffekt gehts bei der Wahl des Ratgebers darum, was genau man erfahren will. King gibt einen Einblick in seine Art des Schaffens – dieser persönliche Ansatz muss nicht für jeden hilfreich sein. “The Breakout Novelist” von Donald Maas ist bspw. um einiges akademischer und auch großartig. Mir als Lektorin helfen bspw. die Abhandlungen von Wolf Schneider sehr – aber da gehts halt auch eher um Sprachstil als ums Plotten.

    So oder so: Lest nicht zu viele Ratgeber. Es birgt die Gefahr, dass ihr vor lauter Theorie die Inspiration überseht. Nehmt einen zur Hand, wenn ihr nicht weiterwisst oder neugierig seid. Aber vergesst nicht: Ein Ratgeber bildet vor allem Strukturen ab – ein guter Text braucht aber auch Gefühl.

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  • Hanka

    Das Verhältnis von eigen verfassten Geschichten und lektorierten Romanen dürfte bei mir so etwa bei eins zu zwei Trilliarden stehen. (Ich bin nicht so gut in Mathe. Sonst hätte ich vielleicht was Anständiges gelernt.)
    Ich hab keine Ambitionen, ein Opus Magnum zu verfassen – und auch nicht die Disziplin, um ehrlich zu sein. Das überlass ich lieber den Leuten, die es drängt, etwas zu verfassen, deren Kopf voller Geschichten ist, die raus wollen, und die stets mehr Ideen als Zeit haben, sie alle umzusetzen.
    Aus mir purzelt nur alle Jubeljahre mal eine Miniatur. Die übrigens eine sträflich unterschätzte Gattung ist.

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  • Hanka

    Respekt, Respekt und noch mal Respekt. Vor dem Text und vor der Arbeit des Gegenübers. Jede/r Lektor/in muss klar sein, dass sie mit dem Herzblut anderer Leute arbeitet, und es dementsprechend behandeln. Für Eitelkeiten ist da kein Platz.
    Mir ist das richtig klar geworden, als ich mal selbst eine Kurzgeschichte für eine Veröffentlichung verfasste und dann das Lektorat bekam. Das! Tut! Weh! Und es tut gut, wenn was Positives am Rand zwischen dem ganzen Rot steht. Diese Erfahrung war für mich sehr wichtig und kommt (hoffentlich) auch meinen Autor/innen zugute, da ich stets auch gelungene Passagen kennzeichne und die schönen Dinge erwähne, die in jedem Text stecken.

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  • Hanka

    Hm … also wer mich anschreibt, kennt meine Honorarvorstellungen schon, denn die hab ich ganz frech auf meiner Website online gestellt. Insofern hab ich den Vorwurf noch nicht direkt bekommen.
    Es ist natürlich was dran: Ein Lektorat verkauft erst mal keine Bücher. Das muss das Marketing leisten, das der/die Selfpublisher/in ja auch noch machen und ggf. bezahlen muss. Ich arbeitete mit einigen Selfpublisher/innen zusammen, und nicht alle haben die Kosten wieder eingespielt, was mir natürlich leid tut, aber das ist verlegerisches Risiko – sowohl beim Publikumsverlag als auch beim Eigenverlag.
    Ich persönlich mag die Zusammenarbeit mit Selfpublisher/innen gern, denn es ist oftmals eine nähere Art der Zusammenarbeit. Oft hat man mehr Zeit, um am Text zu schleifen, man kann beratend eingreifen oder auch das Netzwerk nutzen/erweitern. Deswegen hab ich jedes Jahr ein paar davon im Kalender, und manche auch mehrmals. Denn bei denen hats geklappt mit dem guten Verkauf. :metal:

    Dir auf jeden Fall viel Erfolg! Und es ist immer gut, die Leute persönlich zu kennen, die man an sein Herzblut lässt.

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  • Hanka

    Hey wow, danke für diese Frage!

    Ja, UNKNOWN ist mein derzeitiges Baby, denn erstmalig betätige ich mich als Herausgeberin. (Dankenswerterweise hat meine Co-Initiatorin Sonja Rüther derlei schon öfter gemacht.) Es ist denn auch Sonjas Idee gewesen, Geschichten ohne die Namen der Autor/innen zu veröffentlichen, um zu schauen, wie das so ankommt und ob es funktioniert. Oder ob man vielleicht doch den Namen braucht, um die Geschichte einordnen zu können?
    Ein bisschen gehts auch um Gleichberechtigung (zwischen Autoren und Autorinnen, aber auch zwischen namhaften und unbekannten Schreibenden), und wir sind echt gespannt, was wir herausfinden werden. Denn jede/r, die/der beim Kickstarter mitmacht, kriegt die Geschichten zugeschickt – und ein paar Fragen gestellt.

    Wer jetzt neugierig ist, ist herzlich eingeladen, sich die ganze Sache genauer anzuschauen, sich zu beteiligen, es weiterzusagen oder auch doof zu finden: http://bit.ly/UNKNOWN_Kickstarter

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  • Hanka

    Etwa zehn. Aber das ist nur grob über den Daumen gepeilt. Viele Agenturen wollen 30 bis 50 Seiten Leseprobe haben, auch um zu schauen, ob es nach den ersten Seiten (die meist viel öfter überarbeitet wurden als der Rest) noch gut weitergeht und der/die Autor/in die Qualität halten kann.
    Ich fordere stets zehn Seiten für ein Probelektorat an. Auf denen erkenne ich, wie der Stil und das Sprachgefühl ist, und wie viel Aufwand es meinerseits bräuchte – oder auch, ob ich nicht die richtige Lektorin für den Text bin. In diesem Fall empfehle ich KollegInnen.
    Wenn ich meine, dass der Text gar nichts taugt (was sehr selten ist), rate ich, sich noch mal eingehend mit Testlesungen/Schreibseminaren oder ähnlichem zu beschäftigen. Ich halte nichts davon, die Leute abzukassieren, wenn ich kein Potenzial in ihren Texten sehe. Was nicht heißt, dass wirklich keines da ist. Zuweilen ist das ja bei allem professionellem Blich doch subjektiv.

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Es scheint als hättest du die Verbindung zu Schreibnacht verloren, bitte warte während wir versuchen sie wieder aufzubauen.