• Baltimore

    Hey Mina! Danke für deine Frage. :)

    Ich kann nicht sagen, dass ich schon immer über homosexuelle Liebe schreiben wollte, aber mich hat das Thema aus sehr persönlichen Gründen (u. A. befinde ich mich selbst auf einem etwas verwirrenden Punkt der Kinsey Skala) schon vor vielen Jahren beschäftigt. Es jedoch zum Zentralkonflikt zu machen, so wie bei Frostbiss, ist mir immer etwas unangenehm gewesen. Eben weil es so persönlich ist. Letzten Endes habe ich es aber doch gewagt, ich vermute, weil ich mir selbst etwas beweisen wollte. (Außerdem haben die Charaktere danach verlangt.) Eine wirklich bewusste Entscheidung habe ich nicht getroffen.
    Ich wünschte, es wäre leichter, als über heterosexuelle Pärchen zu schreiben, aber tatsächlich sehe ich in der Hinsicht keinen Unterschied. Jegliche Art von Liebesgeschichte fordert mich heraus und ist für mich schwierig zu ergreifen - dafür macht es umso mehr Freude, wenn ich das Gefühl habe, dass es gelingt und dass auch Leser sich damit identifizieren können.

    Die Reaktionen darauf waren durchweg positiv, haben jedoch auch für eine recht unangenehme Diskussion in meiner Familie geführt, bei der ich mich einordnen sollte. (“Bist du lesbisch?”) Und da ich das nicht tun möchte, gibt es immer mal Verwirrung. Aber Leser haben sehr positiv darauf reagiert. Besonders Leser von meiner Old Souls Reihe kannten ja bereits homosexuelle Aspekte, die immer wieder nebenbei auftauchen, aber eine Coming Out Geschichte ist in der Reihe nicht mit dabei. (Trotzdem glaube ich, dass jene, die Old Souls gelesen haben, insgesamt offener für das mir und größtenteils auch ihnen neue Genre waren/sind.)

    Verfasst in Fragestunde mit Julia Mayer weiterlesen
  • Baltimore

    Bevor ich mit “Séance” zu Neobooks gegangen bin (und später alle meine eBooks darüber habe verteilen lassen), war ich überzeugter nur-bei-Amazon-Veröffentlicher. Mir fällt es immer schwer, die Kontrolle abzugeben und deshalb kam ich erst zu Neobooks über das Neobooks-Rookie-Projekt. Geblieben bin ich, weil ich zwar noch immer die Kontrolle habe, mich aber bei jeglichen Anliegen und Schwierigkeiten an ein liebevolles Team wenden kann (zu dem ja auch unsere liebe Jennie gehört), die mich nicht im Regen stehen lassen. Für mich war es ein sehr wichtiger aber auch schwieriger Schritt, ein wenig die Kontrolle loszu- und mich in etwas hineinfallen zu lassen. Aber mittlerweile bin ich sehr glücklich, den Schritt gewagt zu haben und so herzlich aufgenommen worden zu sein. Somit ist der Vorteil, den ich daran sehe, dass man jemanden an der Hand hat. Mit anderen Distributoren kenne ich mich nicht wirklich aus, somit kann ich mir kein Urteil erlauben (jaha), aber nur bei Amazon zu sein hatte sowohl seine Vor- als auch seine Nachteile, so wie alles das hat.

    Verfasst in Fragestunde mit Julia Mayer weiterlesen
  • Baltimore

    Hey Jens ♥

    Das ist bei mir immer unterschiedlich. Für meinen ersten Roman habe ich vier Jahre für die Fertigstellung gebraucht, für das nächste Buch dann ein Jahr und von dem Augenblick an ging es immer schneller, vermutlich, weil ich das Schreiben mit jedem Jahr ernster genommen habe. Ich versuche, nicht länger als ein halbes Jahr für das Schreiben zu benötigen, da ist die Überarbeitung und die anstrengende Phase der Veröffentlichung noch nicht mit einberechnet. Meinen Roman “Frostbiss” habe ich jedoch innerhalb eines sehr verrückten NaNoWriMo-Monats (es waren insgesamt 26 Tage) geschrieben. Dafür hat die Überarbeitung mehrere Monate in Anspruch genommen. Mittlerweile würde ich sagen, dass ich mindestens ein halbes Jahr für das Schreiben einplane und für die Überarbeitung und den ganzen Rest noch einmal drei bis fünf Monate. (Aber da sich bei mir Schreiben und Überarbeitung stark überschneidet, ich also niemals nur an einem Projekt arbeite, wirkt es oft so, als würde ich schneller schreiben.)
    Ich hoffe, das beantwortet deine Frage. :)

    Verfasst in Fragestunde mit Julia Mayer weiterlesen
  • Baltimore

    Abend schön!

    Meine Frage an dich ist, wie du beim Überarbeiten vorgehst. Hast du dafür ebenso ein System wie beim Plotten, also eine Vorgehensweise, die zu großen Teilen oder sogar immer gleich ist - oder hängt das bei dir vom Werk ab? Und hast du dich schon einmal in einem deiner Romane so sehr verstrickt, dass du ungewöhnlich viel neu schreiben musstest – schreibst du überhaupt neu, wenn etwas “nicht stimmt” oder änderst lieber vorhandenen Text ab?

    Liebe Grüße,
    Juls

    P.S.: Man merkt bestimmt gar nicht, dass ich verzweifelt versuche, ein Buch zu überarbeiten. schwitz
    P.P.S.: Das war auch mehr als eine Frage, aber da sie zusammenhängen, ist das hoffentlich okay.

    Verfasst in Fragestunde mit Christoph Hardebusch weiterlesen
  • Baltimore

    Ich hab’s geschafft! :dancer:
    Ihr seid so lieb, vielen vielen Dank für die zahlreichen Fragen und dass ich Special-Guest sein durfte. :D Damit hat sich ein echter Traum für mich erfüllt. Es war mir ein Fest!
    (Und jetzt geht’s ans Schreiben, ne?)

    Verfasst in 32. Schreibnacht - 16.07.2016 weiterlesen
  • Baltimore

    Eine Fangemeinde hatte ich auf keinen Fall, nur ein paar Autorenkollegen aus einem Schreibforum, die ebenso aufgeregt waren wie ich, aber sonst habe ich tatsächlich bei 0 angefangen. Zu Beginn hatte ich nicht einmal eine Facebook-Seite und wusste nicht so recht, wie man Marketing macht und ob sich das eigentlich wie - pardon, eine Überteibung - Prostitution anfühlen muss.
    Für das Selfpublishing habe ich mich entschieden, weil ich enttäuscht von meinen wenigen Kontakten zu Agenturen und Verlagen war und abgeschreckt von dem Gedanken, mit anderen Menschen zusammenarbeiten und Kontrolle abgeben zu müssen. Im Sommer 2012 hat meine Mutter mich schließlich aufs Selfpublishing gebracht, als Amazon das Kindle Direct Publishing angeboten hat. Zuerst fand ich das dubios, ich kannte nur “Books on Demand” als System, bei dem man sich selbst in Unkosten stürzte - aber nach ausgiebiger Recherche war ich angefixt von dem Gedanken und habe intensiv mein erstes Buch überarbeitet und schließlich veröffentlicht. Von da an hat sich das dann verselbständigt, könnte man wohl sagen.

    Verfasst in Fragestunde mit Julia Mayer weiterlesen
  • Baltimore

    @Jen sagte in Lohnt sich selbst veröffentlichen?:

    @Baltimore Was waren denn deine ersten Fehler?

    Grausige selbstgebastelte, “künstlerisch wertvolle” Cover (das hab ich dir ja schon mal gezeigt), aggressives Marketing (jeden Tag einen Link zu Amazon posten ist nicht sehr sinnvoll und schreckt ganz schnell ab) und dass ich Kritik viel zu persönlich genommen habe.
    Bestimmt habe ich noch mehr Fehler gemacht und mache sie noch immer, das finden wir dann in den nächsten vier Jahren heraus und schämen uns.

    Verfasst in Fragestunde mit Julia Mayer weiterlesen
  • Baltimore

    Oh, das kann ich pauschal natürlich nicht für alle Selfpublisher beantworten, aber für mich hat es sich gelohnt. Es kommt aber auch darauf an, was man vom Selfpublishing erwartet. Die Träume vom großen Ruhm habe ich mir ziemlich schnell aus dem Kopf geschlagen, aber der, gut genug vom Schreiben leben zu können, ist immer noch da. Wenn man sich ordentlich informiert und realistisch an die Sache herangeht (obwohl man zur gleichen Zeit auch nicht ohne Träume sein sollte, das wäre ja öde), die nötige Arbeit hineinsteckt und sich ein dickes Fell wachsen lässt (das musste ich schmerzhaft lernen), steht einem meiner Meinung nach nichts im Wege.
    Rückblickend würde ich demnach mir selbst nicht davon abraten, aber ich würde mir wünschen, ich hätte etwas später mit dem Selfpublishing begonnen. Mit 19 war es doch etwas früh, vor Allem wenn ich auf mein erstes Buch zurückblicke. Ich mag es noch immer, aber ich habe viele Fehler gemacht, sowohl beim Schreiben als auch beim Selfpublishing. Aber nur so kommt man voran und entwickelt sich, fürchte ich.

    Verfasst in Fragestunde mit Julia Mayer weiterlesen
  • Baltimore

    Hallöchen. :)

    Sehr interessante Frage - tatsächlich hatte ich noch nie ein bestimmtes System für das Plotten. Jedes Buch verlangt bei mir nach einer anderen Methode, je nachdem, was ich und die Geschichte für Ansprüche entwickeln. Ich habe die Feststellung gemacht, dass ich bei Fantasy-Projekten wesentlich detaillierter planen muss. Aber auch innerhalb dieses Genres mache ich es immer etwas anders. Mal benötige ich für jedes Kapitel eine Detailplanung, die entweder aus Stichpunkten oder gar aus ausgeschriebenem Text besteht, den ich schließlich als roten Faden benutze, und mal schreibe ich ins Blaue hinein. Im Allgemeinen würde ich aber durchaus behaupten, dass ich professioneller (natürlich) geworden bin und mehr Zeit in die Planung, sollte ich eine machen, investiere als vor ein paar Jahren noch. Ich hoffe, dass dadurch auch meine Geschichten an Komplexität gewinnen.

    Verfasst in Fragestunde mit Julia Mayer weiterlesen
  • Baltimore

    Wenn es die Schreibnacht nicht gäbe, würde ich niemals so effizient vorankommen mit meinen Projekten.

    Verfasst in 20. Gemeinsame Schreibnacht: 17.04.15 weiterlesen
  • Baltimore

    Hallo :)

    Diese Frage zu beantworten fällt mir immer etwas schwer, aber ich gebe mal mein Bestes! Ich habe aus gesundheitlichen Gründen immer wieder Ausbildungen angefangen, u. A. zum Mediendesigner, in der Gastronomie oder als Physiotherapeutin, aber meine psychische Krankheit hat mir immer einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die ersten zwei Jahre als Indie-Autorin habe ich trotzdem nebenbei so gut wie möglich hier und dort gearbeitet oder eben eine Ausbildung angefangen und versucht, mitzuhalten, bis es mir nicht mehr möglich war. Und jetzt sind es fast vier Jahre, die ich als Selfpublisherin tätig bin und ich bin extrem froh, etwas machen zu können, was mir auch mit schlechter Gesundheit möglich ist und zusätzlich auch noch Freude bringt.
    Um mir etwas dazuzuverdienen, arbeite ich nebenbei außerdem immer mal freiberuflich als Korrektorin.

    Verfasst in Fragestunde mit Julia Mayer weiterlesen
  • Baltimore

    Hallo Nion,
    vielen Dank, ich freue mich auch sehr, hier zu sein! :)

    Grundsätzlich setze ich mir einen monatlichen Wordcount von 30.000/31.000 Wörtern pro Monat, sodass für jeden Tag 1000 Wörter vorgesehen sind. Das habe ich vor einem Jahr noch jeden Tag durchgepeitscht und mich selbst sehr hart unter Druck gesetzt - mittlerweile sehe ich das nicht mehr so eng. Ich schreibe trotzdem jeden Tag, aber das rangiert von 15 bis zu 4000 Wörtern (im groben Schnitt, würde ich sagen), je nachdem wie gut es läuft. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass zu viel Druck bei mir dafür sorgt, dass die Geschichte in unrealistischen Bahnen verläuft - und dem beuge ich vor, indem ich mir insgesamt mehr Zeit zum Schreiben nehme. Sowohl täglich als auch beim Zeitrahmen für die Rohfassung.

    Ich arbeite immer parallel an Büchern in unterschiedlichen Stadien - wenn ich mein eines Projekt schreibe, überarbeite ich das Andere und das Dritte plane ich. Wenn ich also mit einem Buch fertig bin, geht dieses in die Überarbeitung, das von der Planungsphase rutscht in die Schreibphase und wenn ich schon eine Idee für das nächste Werk habe (was meist der Fall ist), beginne ich dort mit dem Planen. So habe ich immer genug zu tun und kann auch ausweichen, falls es bei einer Sache nicht so laufen sollte.

    Verfasst in Fragestunde mit Julia Mayer weiterlesen
  • Baltimore

    Hallöchen :)

    Eine typische, aber immer sehr schwer zu beantwortende Frage, wie ich finde. Bei mir persönlich gibt es darauf keine klare Antwort. Ich kann Inspiration überall finden, aber nicht immer funktionieren die gleichen Strategien. Neue Ideen tauchen bei mir vor Allem in alltäglichen Situationen auf, in denen mir plötzlich etwas auffällt oder eben einfällt, das meine Gedanken ankurbelt und für elektrisierende Inspiration sorgen kann. Bei einem meiner Romane ging alles von einem frühen Wintermorgen aus, an dem der Schnee von den Bäumen tropfte. Das musste ich aufschreiben, ich musste dafür Worte finden, selbst wenn es keinen konkreten Zusammenhang zu irgendeiner Geschichte gab. Dann habe ich es aufgeschrieben und dann ergab sich plötzlich mehr daraus als gedacht. (Manche solcher Momentideen reichen nur für einen Tweet, andere eben für einen Roman.)
    Wenn ich mich von der Inspiration verlassen fühle, muss ich mich auch mal gezielt auf die Suche begeben. Da müssen Serien, Bücher, Filme und Musik ebenso hinhalten wie ein spontaner Besuch am Strand.

    Verfasst in Fragestunde mit Julia Mayer weiterlesen
  • Baltimore

    Hey Allie,

    ich habe mich für keine feste Zeitform und auch für keine feste Perspektive entschieden. Bei jedem Buch ist das bei mir anders. Ich schreibe aber tatsächlich bevorzugt im Präsens und in der Ich-Form, weil ich den “Deep Point Of View” dadurch besser darstellen kann. Für mich ermöglicht es eine rohere und intensivere Darstellung der Gefühlswelt meiner Charaktere. Bei “Séance” jedoch habe ich mich für das Präsens und die auktoriale Erzählweise entschieden. Einerseits wollte ich das Präsens für die Akutheit und Direktheit bewahren, andererseits hatte ich Sorge, dass der männliche Protagonist zu weiblich wirken könnte, wenn ich mit ihm die Ich-Form verwende. Und so gehe ich bei jedem Projekt heran - was ist mein Ziel, womit fühle ich mich wohl, was kann ich mir vorstellen? Ich bin der Auffassung, dass der Leser es spürt, wenn man sich mit der Form behaglich fühlt, und es genau deswegen immer richtig ist, wofür man sich entscheidet.

    Verfasst in Fragestunde mit Julia Mayer weiterlesen
  • Baltimore

    Wie immer, dachte ich, darf dieser Thread natürlich nicht fehlen, ne? :]
    Poste deinen zuletzt geschriebenen Satz!

    Unspektakulär:
    “Diese Stadt ist pures Gift, ich versuche einfach woanders mein Glück.”

    Verfasst in 22. Schreibnacht: 19.06.2015 weiterlesen

Es scheint als hättest du die Verbindung zu Schreibnacht verloren, bitte warte während wir versuchen sie wieder aufzubauen.