• Baltimore

    Nein, ich habe keinen Literaturagenten und meine Erfahrungen mit jenen waren bisher auch nicht die Besten. (“Wir mögen Ihren Stil, aber schreiben Sie doch was über Hexen, das wird das nächste große Thema!” - Ich glaube, das war 2009 oder 2010.) Da ich auch bisher nicht in Verlagen veröffentlicht habe, ist das zum Glück nie ein sonderlich großes Thema gewesen. Als ich “Fuchsnacht” vor ein paar Monaten dem Drachenmond-Verlag angeboten habe, gab es keine großartigen Verhandlungen. Ich wurde angeworben, ich habe das Buch vorgestellt und habe mich sofort gut aufgehoben gefühlt. Wie das mit Großverlagen ist, weiß ich nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es um Einiges schwieriger und nervenaufreibender ist.

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  • Baltimore

    Hey Mina! Danke für deine Frage. :)

    Ich kann nicht sagen, dass ich schon immer über homosexuelle Liebe schreiben wollte, aber mich hat das Thema aus sehr persönlichen Gründen (u. A. befinde ich mich selbst auf einem etwas verwirrenden Punkt der Kinsey Skala) schon vor vielen Jahren beschäftigt. Es jedoch zum Zentralkonflikt zu machen, so wie bei Frostbiss, ist mir immer etwas unangenehm gewesen. Eben weil es so persönlich ist. Letzten Endes habe ich es aber doch gewagt, ich vermute, weil ich mir selbst etwas beweisen wollte. (Außerdem haben die Charaktere danach verlangt.) Eine wirklich bewusste Entscheidung habe ich nicht getroffen.
    Ich wünschte, es wäre leichter, als über heterosexuelle Pärchen zu schreiben, aber tatsächlich sehe ich in der Hinsicht keinen Unterschied. Jegliche Art von Liebesgeschichte fordert mich heraus und ist für mich schwierig zu ergreifen - dafür macht es umso mehr Freude, wenn ich das Gefühl habe, dass es gelingt und dass auch Leser sich damit identifizieren können.

    Die Reaktionen darauf waren durchweg positiv, haben jedoch auch für eine recht unangenehme Diskussion in meiner Familie geführt, bei der ich mich einordnen sollte. (“Bist du lesbisch?”) Und da ich das nicht tun möchte, gibt es immer mal Verwirrung. Aber Leser haben sehr positiv darauf reagiert. Besonders Leser von meiner Old Souls Reihe kannten ja bereits homosexuelle Aspekte, die immer wieder nebenbei auftauchen, aber eine Coming Out Geschichte ist in der Reihe nicht mit dabei. (Trotzdem glaube ich, dass jene, die Old Souls gelesen haben, insgesamt offener für das mir und größtenteils auch ihnen neue Genre waren/sind.)

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  • Baltimore

    Bevor ich mit “Séance” zu Neobooks gegangen bin (und später alle meine eBooks darüber habe verteilen lassen), war ich überzeugter nur-bei-Amazon-Veröffentlicher. Mir fällt es immer schwer, die Kontrolle abzugeben und deshalb kam ich erst zu Neobooks über das Neobooks-Rookie-Projekt. Geblieben bin ich, weil ich zwar noch immer die Kontrolle habe, mich aber bei jeglichen Anliegen und Schwierigkeiten an ein liebevolles Team wenden kann (zu dem ja auch unsere liebe Jennie gehört), die mich nicht im Regen stehen lassen. Für mich war es ein sehr wichtiger aber auch schwieriger Schritt, ein wenig die Kontrolle loszu- und mich in etwas hineinfallen zu lassen. Aber mittlerweile bin ich sehr glücklich, den Schritt gewagt zu haben und so herzlich aufgenommen worden zu sein. Somit ist der Vorteil, den ich daran sehe, dass man jemanden an der Hand hat. Mit anderen Distributoren kenne ich mich nicht wirklich aus, somit kann ich mir kein Urteil erlauben (jaha), aber nur bei Amazon zu sein hatte sowohl seine Vor- als auch seine Nachteile, so wie alles das hat.

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  • Baltimore

    Hey Allie,

    ich habe mich für keine feste Zeitform und auch für keine feste Perspektive entschieden. Bei jedem Buch ist das bei mir anders. Ich schreibe aber tatsächlich bevorzugt im Präsens und in der Ich-Form, weil ich den “Deep Point Of View” dadurch besser darstellen kann. Für mich ermöglicht es eine rohere und intensivere Darstellung der Gefühlswelt meiner Charaktere. Bei “Séance” jedoch habe ich mich für das Präsens und die auktoriale Erzählweise entschieden. Einerseits wollte ich das Präsens für die Akutheit und Direktheit bewahren, andererseits hatte ich Sorge, dass der männliche Protagonist zu weiblich wirken könnte, wenn ich mit ihm die Ich-Form verwende. Und so gehe ich bei jedem Projekt heran - was ist mein Ziel, womit fühle ich mich wohl, was kann ich mir vorstellen? Ich bin der Auffassung, dass der Leser es spürt, wenn man sich mit der Form behaglich fühlt, und es genau deswegen immer richtig ist, wofür man sich entscheidet.

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  • Baltimore

    Hallöchen. :)

    Sehr interessante Frage - tatsächlich hatte ich noch nie ein bestimmtes System für das Plotten. Jedes Buch verlangt bei mir nach einer anderen Methode, je nachdem, was ich und die Geschichte für Ansprüche entwickeln. Ich habe die Feststellung gemacht, dass ich bei Fantasy-Projekten wesentlich detaillierter planen muss. Aber auch innerhalb dieses Genres mache ich es immer etwas anders. Mal benötige ich für jedes Kapitel eine Detailplanung, die entweder aus Stichpunkten oder gar aus ausgeschriebenem Text besteht, den ich schließlich als roten Faden benutze, und mal schreibe ich ins Blaue hinein. Im Allgemeinen würde ich aber durchaus behaupten, dass ich professioneller (natürlich) geworden bin und mehr Zeit in die Planung, sollte ich eine machen, investiere als vor ein paar Jahren noch. Ich hoffe, dass dadurch auch meine Geschichten an Komplexität gewinnen.

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  • Baltimore

    Hey Jens ♥

    Das ist bei mir immer unterschiedlich. Für meinen ersten Roman habe ich vier Jahre für die Fertigstellung gebraucht, für das nächste Buch dann ein Jahr und von dem Augenblick an ging es immer schneller, vermutlich, weil ich das Schreiben mit jedem Jahr ernster genommen habe. Ich versuche, nicht länger als ein halbes Jahr für das Schreiben zu benötigen, da ist die Überarbeitung und die anstrengende Phase der Veröffentlichung noch nicht mit einberechnet. Meinen Roman “Frostbiss” habe ich jedoch innerhalb eines sehr verrückten NaNoWriMo-Monats (es waren insgesamt 26 Tage) geschrieben. Dafür hat die Überarbeitung mehrere Monate in Anspruch genommen. Mittlerweile würde ich sagen, dass ich mindestens ein halbes Jahr für das Schreiben einplane und für die Überarbeitung und den ganzen Rest noch einmal drei bis fünf Monate. (Aber da sich bei mir Schreiben und Überarbeitung stark überschneidet, ich also niemals nur an einem Projekt arbeite, wirkt es oft so, als würde ich schneller schreiben.)
    Ich hoffe, das beantwortet deine Frage. :)

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  • Baltimore

    Puh, das kommt auf das Projekt drauf an. Bei meiner jetzigen Geschichte fallen mir vor allem Dialoge schwer. Diese nicht zu “random” werden zu lassen, ist eine echte Herausforderung.

    Verfasst in 31. Schreibnacht - 11.06.2016 weiterlesen
  • Baltimore

    Sad End, weil ich gemein bin. :dancer:

    Happy-Sad mag ich aber auch. Das wäre für mich ein Ende, bei dem jemand stirbt, aber sich der Zentralkonflikt befriedigend auflöst. Also hat fast jeder meiner Romane ein Happy-Sad-End. Hmm.
    (Ich will jetzt nicht sagen, dass bei mir immer am Ende jemand stirbt, das wäre ja ein Spoiler.) :x

    Verfasst in 31. Schreibnacht - 11.06.2016 weiterlesen
  • Baltimore

    Etappe 1 lief so gut, also nehme ich mal das Doppelte: 1000 Wörter wären nice. :3

    Verfasst in 31. Schreibnacht - 11.06.2016 weiterlesen

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