“Die Verdammten” von Brett McBean.

Klappentext:
Beth Milburn will mit ihrer Tochter nach einem Shopping-Trip die Tiefgarage des Einkaufszentrums verlassen, als es passiert: Bäume brechen durch den Beton und verwandeln das Parkdeck in einen dichten Urwald. Der Weg nach draußen ist abgeschnitten. Als niemand zur Hilfe kommt, ahnen die Eingeschlossenen, dass ganze Landstriche von der rätselhaften Naturkatastrophe betroffen sind möglicherweise sogar die ganze Welt.
So ist es tatsächlich: Das Recht des Stärkeren regiert. Wer sich nicht anpasst, stirbt. Mordende Banden streifen durch die Wildnis. Menschen werden zu Raubtieren, und ein gnadenloser Kampf ums Überleben in der neuen Weltordnung beginnt.

Meine Meinung:
Der Festa Verlag verheimlicht im Klappentext leider, dass es sich hier um drei verschiedene Geschichten handelt. Die im Klappentext erwähnte ist nur der Anfang und meiner Meinung nach noch die beste. Die Idee, dass sich die Welt mit einem Schlag in einen gigantischen Urwald verwandelt fand ich toll. Ich mag auch dieses Thema “Alle drehen durch und bringen sich gegenseitig um”, weil es an Zombies erinnert, aber deutlich realistischer ist, wenn Menschen gegen Menschen und nicht gegen übernatürliche Kreaturen kämpfen.
Sicher werden nicht viele von diesem Buch angetan sein. Es ist sehr brutal und was mich selber gestört hat war, dass die Figuren oft nicht wirklich glaubhaft wirken. Zu Beginn schon, aber dann versaut McBean es leider. Da ist der Jugendliche, der von jetzt auf gleich zum Psychomörder wird und die Mutter, welche die brutal zugerichtete Leiche ihrer Tochter findet, das aber nach gut zwei Seiten wieder vergessen zu haben scheint.
Die zweite Geschichte bietet immerhin einen interessanten Schurken, der Menschen einfangen lässt, um Filme mit ihnen nachzuspielen. Die Idee ist herrlich verrückt, der Rest besteht leider nur aus kranken Ideen.
Warum ich das Buch dennoch empfehle? Es ist nicht wirklich ein Lesetipp von mir, eher ein Inspirationsanstoß. Denn wie schon Giersches letztem Sandkorn stellt man sich auch hier die Frage, wie man handeln würde. Ob man versucht mit anderen eine neue Zivilisation aufzubauen oder vielleicht sogar bereit wäre, zu töten und seinesgleichen zu fressen. Am interessantesten sind dabei das Urwaldsetting und die von der Natur eroberten Gebäude.