:heavy_exclamation_mark: ALERT - blutiger Anfänger :heavy_exclamation_mark:

Wenn es um Helden geht, darf meine Kurzgeschichte um General Bergfrühling nicht fehlen! ;)

  • Komödie
  • keine fantastischen Elemente (nur jede Menge Schleichwerbung)
  • vermutlich viel zu kurz…

Dies ist die Geschichte des tapferen General Bergfrühling.
Frühmorgens, als das Napalm noch in den Gardinen hing, positionierten sich bereits feindliche Guerillas. Die Gebiete waren unterteilt in Stockwerke; einzelne Areale bezeichneten die Anwohner als Zimmer. Und überall wartete der Feind: Dreckige Wäsche, Laugenrückstände, Staubmilben, verbrauchte Luft, und so weiter. Angeführt durch die Hundische Partei.
„Jungs, das wird ein dreckiger Krieg!“, sagte General Bergfrühling auffordernd zu seiner Mannschaft tollkühner Draufgänger, „Also zieht euch eure Schutzhandschuhe drüber und entsichert eure Sprühpistolen!“
Nach kurzen Kämpfen konnte General Bergfrühling mit seinem Dyson-Staubsaugerpanzer die erste Höhe bezwingen. Das Treppenhaus samt Flure wurde somit gründlich leergefegt. Hundehaarmienen gehörten der Vergangenheit an. Kinder konnten endlich wieder außerhalb ihrer Behausung spielen, ohne von Niesattacken drangsaliert zu werden.
Eilends stieß General Bergfrühling mit seinem kratzbürstigen Trupp in die kommunistische Küche vor.
„Dann bringen wir diesen Essenresten mal ein bisschen Demokratie bei!“, brüllte er mit aller Überzeugung in die nach Zwiebeln und Fett stinkende Räumlichkeit.
Brösel und Brotkrümel verschanzten sich gekonnt in bislang unbekannten Ecken und Winkeln. Und Fischgräten, die beinah den Ablauf verstopften, sorgten für reichlich Übelkeit unter Bergfrühlings Kameraden. Die ersten Gefangenen wurden jedoch schnell gemacht und unter Prielwaschungsfolterungen gründlich vernommen.
„Aber General Bergfrühling“, jammerte einer seiner Gefolgsleute, „Diese Behandlung ist doch in jeder Hinsicht unmenschlich! Das Spülmittel brennt in den Augen und macht die Haut ganz wund!“
„Gut, dass es nur Geschirrstücke sind und keine Menschen, hahahahaha!“, entgegnete General Bergfrühling lachend und strebte tatkräftig voran.
Gläser, Teller, Schalen und Soßenkannen – ungeachtet Alter und Machart – wurden in lichtarme Schränke gesperrt. Getreu dem Motto „Keinem Dreckkorn Gnade walten lassen“, wie es General Bergfrühling sogar in seine Spülbürsten und Viledamacheten gravieren ließ. Selbst das hartnäckige, sozialistische Fett, das die bessergestellten teflonbeschichteten Pfannen verstaatlichen ließ, war machtlos. Propper sei Dank! Die verzweifelten Schreie des Feindes verstummten, als das angebrannte Cerankochfeld mit einer milchigen ABC-Waffe des Erbauers CeraClen beschossen wurde. Hinweggerafft wurden die starsinnigen Krusten gescheiterter Herrschaftsformen.
„Geschafft!“, jubelte General Bergfrühling mit seiner Kompanie.
Die Küche war befreit und duftete endlich wieder nach Freiheit und Zitronen.
Sie marschierten nun in wohnzimmerische Gefilde ein.
„Männer“, sagte General Bergfrühling mit dumpfer und bekümmerter Stimme, „Macht euch bereit das Grauen zu sehen“
Das Land lag brach und war vollständig verwüstet. Zerknitterte Textilien bedeckten der Anarchie frönend und dem Establishment hämisch ins Gesicht lachend den Boden. Die Wirtschaft war längst unter der enormen Staubschicht zusammen gebrochen, denn niemand bedachte die Folgen einer nihilistischen Lebensweise.
„General Bergfrühling, wir müssen uns ergeben. Kein Besen der Welt kann diese Unordnung mehr stemmen!“, beklagen die Saubersoldaten.
„Nicht verzagen, Kameraden. Wo ein Witty-Reinigungssystem, da auch ein Weg!“, ermutigt General Bergfrühling und sorgte so für neue Putzkraft.
Natürlich wusste er mit List, Staubtuch und Pronto den Opfern des Krieges aus der Misere zu helfen. Mit Febreze blies er frischen Wind in das Leben der Wohnzimmerbürger. Er scheute auch keine Kosten und Mühen die deformierten Kissen und Decken wieder aufzubauen.
„Gut gefaltet, ist halb gewonnen!“, wiederholt General Bergfrühling die Worte seiner Mutter Angry Mama.
Schlussendlich waren die Bewohner sogar von Milben befreit und konnten glücklich und friedvoll weiterleben. Über geöffnete Fenster freute sich auch das kleinste Couchkissen.
Nun war die Zeit für General Bergfrühling gekommen, das letzte Gebiet vom feindlichen Dreck zu befreien. Das Bad – Land der tausend Tümpel und Seen, eingebettet im dichtesten Duschnebel, den ein Haushalt je zu Gesicht bekam. Kalk und Seife trieben hier, wie viele andere, ihr Unwesen. Myriaden von Bartstoppeln hatten einen massiven Schutzwall um die porzellanene Wasserquelle errichtet, der das Zähneputzen zu einer äußerst unappetitlichen Folter machte. Ganz zu schweigen, was der Urinstein hinterlassen hatte – ein Verbrechen an der Menschheit von ungeahnter Gelbheit!
Doch General Bergfrühling trotze der rutschigen Gefahr und gab nicht auf. Mit dem Konklomerat um Hauptmann Schwamm, Frosch Badreiniger und dem holländischen Verbündeten Ajax bahnte er sich mit unaufhörlichen Sprüh- und Wischattacken den Weg durch die Bartstoppelbrigade. Scharfe Geschütze ließen die schwarzen Fliesenfugen bersten. Und wieder machte es Cillit-BANG! Die getrimmten Gesichtshaare hatten keine Chance. Es gab keine Überlebenden. Und wenn doch, wurde ihr Lebenslicht alsbald im nächstgelegenen Klärwerk ausgelöscht. Auch Seifen- und Kalkablagerungen in den Wannenarealen wurden erfolgreich gesprengt. Und mithilfe einer chemischer Blockaden, wurden weitere Ansiedlungen am Acryl und Metall unterbunden. Die Militärpresse war von Apfelduftpropaganda erfüllt. Die Toilette war fröhlich.
Das gesamte Land war nun wieder komplett gesäubert. Nur hier und da sponnen harmlose Achtbeiner ihre unscheinbaren, klebrigen Konspirationen.
Zuletzt galt es für General Bergfrühling der Hundischen Partei den Garaus zu machen. Die Parteichefs Leila Labrador-Mischling und Nico Langhaar-Dachsbracke wurden unter anfänglichem Ungehorsam in einem Freilandarbeitslager untergebracht, um dort die Zeit bis zur Vollstreckung ihres Urteils zu fristen – ein gründliches Bad mit Frontline Pet Care Shampoo.
„Ihr habt das Recht zu Schweigen und knuddelig zu sein!“, sagte General Bergfrühling selbstzufrieden zu den Hunden, als diese schlussendlich unter Gewimmer kapitulierten.
Dies nun war das gutriechende Ende des Putzkrieges mit General Bergfrühling.