Pyramid Plot - oder: Wie du Plotvarianten anwenden kannst
0_1569874577930_Plotting Struktur.jpg
Ich verwende beim Plotten die Dramentheorie nach Shakespeare. Die grafische Darstellung in einer Pyramidenform finde ich praktisch und übersichtlich.

Auf einen Roman übertragen läuft die Geschichte von einer kurzen Einführung in die Handlung (Anfang) eine Steigerung hinauf. Der Höhepunkt in der Mitte des Dreiecks spiegelt zugleich die Mitte des Romans wider. Ab dem Höhepunkt bewegt die Handlung sich auf die Auflösung zu, nicht ohne kurzzeitig einen anderen Ausgang möglich zu machen (Retardierendes Moment, frz. Retarder). Die Auflösung beinhaltet das Ende des Romans und/ oder einen Cliffhanger für einen Mehrteiler.

Ich liebe das Plotten mit der Pyramide. In Stichpunkten notiere ich mir die Handlung. Was ist der Anfang? Wie geht es von dort weiter? Die wichtigen Stationen markiere ich mir mit verschiedenfarbigen Stiften.

Spätestens beim Plotten solltest du wissen, aus welcher Perspektive und **aus **der Sicht welches Charakters du deinen Roman schreiben willst. So kannst du diese Sicht schon beim Plotten anwenden. Du kannst kennzeichnen, welche Informationen dein Charakter wann erhält, mit wem er unterwegs ist und was geschieht. Beim Schreiben fällt es dir dann leichter, dich in deinen Charakter hineinzuversetzen, weil du schon einmal mit ihm die Geschichte durchgegangen bist.
Du kannst dir die Pyramide ausdrucken und als Vorlage benutzen. Ich nehme DIN-A4 oder A3 Blätter dafür und schreibe die Handlung sowohl außen um die Pyramide herum als auch in sie hinein. Wenn der Platz nicht reicht, schreibe ich auf einem anderen Zettel weiter.

Vorlage Szenenplot
0_1569753739791_Plotting Struktur - Szene.jpg
Wenn ich mir schnell eine Szene notiere, weil sie gerade aus meinem Kopf muss, dann drucke ich mir nicht extra eine Vorlage dafür aus.
Aber vielleicht möchte ich die Szene später noch einmal überprüfen und besser planen? Bei einer Szene, die essenziell wichtig für meinen Roman ist, macht das durchaus Sinn.

Die Vorlage ist wie die für den Hauptplot konzipiert, nur dass die Überschrift „Szene“ lautet. Dahinter kannst du dir notieren, um welche Szene es sich handelt, damit du sie schneller wiederfindest. Wenn du schon weißt, im welchen Kapitel sie spielt, vermerke dies auch. Neben dieser Notiz schreibe ich oft auch noch die Atmosphäre der Szene in Stichpunkten auf und welche Charaktere vorkommen. So habe ich diese Informationen gesondert stehen und muss nicht im Szenenplot selbst danach suchen.

Unter den „Anfang“ und der „Auflösung“ schreibe ich noch, welche Szene vor dieser kommt und welche darauf aufbaut. Das finde ich wichtig, damit ich sie besser der Geschichte zuordnen kann.

Vorlage Kapitelplot

0_1569753710044_Plotting Struktur - Kapitel.jpg

Habe ich schon erwähnt, dass ich die Pyramide mag? 😉Ebenso wie für die Szene funktioniert sie auch für die einzelnen Kapitel. Hier habe ich die „Steigerung“ und das „Retardierendes Moment“ weggelassen. Bei der Planung von Kapiteln empfinde ich diese Punkte als störend, ich habe das Gefühl, ohne diese das Kapitel „freier“ gestalten zu können. Es baut sich aber nach demselben Prinzip auf. Wenn du diese Punkte dabei haben willst, kannst du sie dir gerne dazuschreiben.

Vorlage Kapitelplot II

0_1569753680937_Plotting Struktur - Kapitel 2.jpg

Bei diesem Plot werden Charaktere, Handlung und Informationsgabe übersichtlich nebeneinander aufgelistet. Das gesamte Kapitel wird entweder grob oder von Anfang bis zum Ende notiert (Stichpunkte), die handelnden Charaktere können dabei passend zu ihrem Auftreten aufgeschrieben werden. Die Informationsgabe war mir beim Erstellen dieser Variante besonders wichtig, da ich leicht den Überblick verliere. So weiß ich, welche Informationen in diesem Kapitel gegeben werden und kann meine Charaktere mit diesem Wissen agieren lassen.

Wichtige Fragen zum Kapitelplot:

  • Wie beginnt das Kapitel?

  • Welche Konflikte finden statt?

  • Welches ist der Höhepunkt dieses Kapitels?

  • Welche Informationen werden gegeben?

  • Wie endet das Kapitel?

Plotten mit dem Zeitstrahl
Hierfür habe ich keine Vorlage angefertigt, da ich glaube, das bekommst du auch so hin :) Ich denke, du bist einem Zeitstrahl schon mehr als einmal begegnet – in der Schule im Geschichtsunterricht oder in einem Museum. Ich nutze den Zeitstrahl, um nicht den Überblick über die Zeitpunkte der Ereignisse zu verlieren. Wenn man – so wie ich – Handlungen in seinem Roman hat, die parallel nebeneinander herlaufen, ist so ein Zeitstrahl unglaublich praktisch ;)


Zusammenfassung: Nun kennst du einige Methoden des Plottens, einige von vielen. Nicht jeder Autor plant, und nicht jeder Autor plant detailliert – aber vielleicht ist unter den vorgestellten Methoden ja etwas dabei, das du ausprobieren willst. Dann tu es :sparkles: :)

Du möchtest deine Gedanken über das Plotten mit anderen teilen oder darüber diskutieren? Gesell dich doch zu uns in die Event-Lounge, um bei frischem Kaffee, Tee und leckeren Gerichten darüber zu plaudern.
Dir ist noch etwas zum Plotten unklar? Stell deine Frage im Frage-Thread, eine Antwort erhältst du dort auch.
Du brauchst Hilfe beim Plotten? Schildere dein Problem in der Roman-Rettungs-Kapsel! Alle Teilnehmer können dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.